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Franziska Ambacher
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
Mediatorin
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06.06.2017

Kümmern Sie sich um Ihre Vision, nicht um Ihre Kritiker!

 

Sicherlich kennen Sie auch das wohl berühmteste Zitat von Altbundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015):

"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."

Davon ab, dass dieser Ausspruch immer wieder zum Schmunzeln einlädt, haben nach wie vor viele Menschen Zweifel an der Notwendigkeit einer Vision. Damit nicht genug. Sie werden über dies nicht müde, Menschen mit großen Visionen unaufhörlich dafür zu kritisieren.

Visionäre kommen weiter

Wer seine Träume, egal ob im Angestelltenverhältnis, selbständig tätig oder privat realisieren will, für den ist aus meiner Erfahrung als Persönlichkeits- und Business-Coach eine Vision unerlässlich. Eine kühne Vision entwickelt sich schnell zum Herzstück einer Unternehmung und alle weiteren Impulse gehen von dieser aus.

Mit Ihrer eigenen Vision geben Sie den Takt Ihres Unternehmens vor und sind in der Lage eine entsprechende Handlungsstrategie abzuleiten.

Visionen sind auch sehr wichtig, wenn es darum geht, eine Orientierung für sich und das eigene Wirken zu finden. Daher ist eine Vision sehr eng mit der persönlichen Zielsetzung und den eigenen Werten verbunden. Außerdem sind Visionen übergeordnete Unternehmensziele.

Auf diese Weise sind wir Dank der Zielsetzung in der Lage, uns bei der Umsetzung unserer Vision langfristig, also auch während möglicher Durststrecken, zu motivieren.

Unserer Vision kommen wir dann durch definierte Etappenziele Stück für Stück näher und ziehen gleichzeitig, aufgrund der damit verknüpften Werte, auch die dazu passenden Menschen an. Denn eine Idee dient nur einem Einzelnen, eine Vision hingegen allen.

Große Visionen überdauern Generationen

Visionen für sich und sein Business zu entwickeln, bedeutet, dass man eine klare Vorstellung vom idealen Zustand der eigenen Unternehmens- und Personenzukunft hat. Auf diese Weise entwickelt sich aber auch eine klare Profilkante und mit der kann man sich schon einmal mögliche Kritik einhandeln.

Das legendäre BAUHAUS, 1919 in Weimar vom deutschen Architekten Walter Gropius als Kunstschule gegründet, löste einen bis heute ungebrochenen Hype auf Architektur, Kunst und Design aus. Am Beispiel seiner Vision lassen sich für Unternehmer, Gründer, Freelancer und Führungskräfte viele wertvolle Impulse für das eigene Schaffen ableiten. Die unvergessene Institution BAUHAUS und damit die Architektur und das Gebrauchsdesign, wären ohne die kühne Vision seines Gründers - fast 100 Jahre später - nicht immer noch als Wegweisend geltend.

Mit seinen Ideen revolutionierte der Vordenker Walter Gropius die Ansichten über das moderne Ausbildungswesen, demokratisierte die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Ständen und entwickelte die Gestaltung zeitgemäßer Ästhetik. Drei Aspekte, die für eine moderne Gesellschaft unerlässlich sind.

Eine revolutionäre Vision besticht

Seine kühne Vision war es, vom Hochhaus bis zum Tee-Ei eine neue Gestaltungsform zu konzipieren, die den Handwerker mit dem Künstler verbinden und gleichstellen sollte. Ebenso beinhaltete seine Vision die Verbindung zwischen einer neuen Arbeits- und Lebensgemeinschaft.

Da der Handwerker seiner Auffassung nach dem Künstler ebenbürtig war, begegnete man sich plötzlich auf Augenhöhe und hatte den Respekt für die Arbeit des jeweils anderen stets im Sinn. Die Bedeutung der Teamarbeit war Gropius demnach von Anfang an ein großes Ansinnen, schloss alle sozialen Schichten in sein Denken mit ein, förderte unter seinen Schülern den Zentralwert Kooperation und bildete damit ein wichtiges Fundament seiner Vision.

Selbstverständlich ließ Kritik nicht lange auf sich warten. Am Anfang seiner revolutionären Idee war seine Vorstellung für die vom traditionellen Standesdünkel her geprägten Menschen undenkbar und unter keinen Umständen umsetzbar.

Später wurde seine moderne Denk- und Handlungsweise für die Gesellschaft zur gelebten Realität. Er war seiner Zeit weit voraus und wer die Zukunft, so wie er, selbst mitgestalten will, der ruft die Kritiker schnell auf den Plan. Schließlich gibt es immer mindestens ein Gegenargument und einen Wesenskern, den Kritiker als grundfalsch identifizieren.

Es lohnt sich für seine Vision zu kämpfen

Und wie das nun mal bei groß gedachten Visionen ist, ständig wurde der Bauhausdirektor von allen Seiten für seinen ungewöhnlichen Traum angegriffen. Daher half ihm vor allem sein persönlicher Wertekanon, diese Anfeindungen einerseits auszuhalten und andererseits die Existenz des Bauhauses aufrecht zu erhalten.

Folgende seiner zentralsten Werte, die er als prägende Autorität für seine Kollegen, Mitstreiter und Schüler täglich lebte, waren für die Umsetzung seiner Ziele unerlässlich:

  • Selbstbewusstsein
  • Leidenschaft
  • Integration
  • Fokus
  • Diplomatie
  • Kommunikation
  • Ästhetik
  • Kooperation
  • Funktionalität
  • Entwicklung

An seinen persönlichen Werten lässt sich eine starke Verbindung zur Gründung des Bauhauses ablesen, bzw. zu den Werten der damals neu gedachten und revolutionären Ausbildungsinstitution.

Hier möchte ich auf die erfolgversprechende Verbindung des Gründer-Wertegerüsts mit den wichtigsten Unternehmenswerten hinweisen.

Diese Verbindung ist nicht zufällig, denn sie bürgt für die nach innen wie nach außen notwendige Stabilität und Authentizität, welche für Ihr unternehmerisches Wachstum von großer Bedeutung ist.

Außerdem trennt sich die Spreu vom Weizen, denn Sie sollten ja nicht mit jedem Geschäfte machen wollen, sondern nur mit jenen, die sich von Ihren Werten angezogen fühlen.

Kritiker können Sie also getrost links liegen lassen, zeigen diese durch ihre Anfeindungen, dass sie sich stark von Ihrer Vision abgestoßen fühlen, demnach also niemals zu begeisterten Kunden werden können.

Investieren Sie deshalb Ihre wichtigsten Ressourcen, wie

  • Zeit,
  • Geld,
  • Know-how
  • und Personal

nur in Ihre Vision und nicht in Ihre Kritiker.

Zukunftsvision einer besseren Welt

Das Bauhaus hat in seinem fast 14 Jahre langen Fortbestand das gestalterische und künstlerische Denken und Schaffen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus revolutioniert. Und selbst durch die Zwangsschließung des Bauhauses 1933 durch die Nationalsozialisten, suchte Gropius nach neuen Möglichkeiten, seine Vision weiter in die Welt zu tragen.

Dies gelang ihm durch die Emigration in die Vereinigten Staaten, wo er als Professor für Architektur an der Graduate School of Design der Harvard University tätig wurde.

Die heranwachsende Generation von Architekturstudenten prägte er in einer modernen und noch nie dagewesenen Weise, welches ihm den Spitznamen „Mister Bauhaus“ einbrachte.

Er wollte mit seiner Vision nichts Geringeres als eine bessere Welt gestalten, was ihm auch tatsächlich gelungen ist. Bis heute geben seine Ideen international wichtige Impulse für Design, Architektur und Bildung.

Träumen Sie schon, wie es wohl sein wird, wenn Ihre Vision Realität wird? Oder beschäftigen Sie sich momentan mit dem aufkommenden Gegenwind, der Ihnen das Fortkommen erschwert? Welche Hindernisse haben sich Ihrer Vision bisher in den Weg gestellt? Wer hat Sie mit Anfeindungen überzogen und wie sind Sie damit umgegangen? Konnten Sie sich überzeugend durchsetzen oder zweifeln Sie inzwischen an sich und Ihren Fähigkeiten?

Das wäre eine typische Reaktion auf all die Neider und Kritiker, die sich Ihrer leidenschaftlichen Motivation kaum entziehen können. Ihr Selbstwertgefühl kann nur unter aufkommender Kritik leiden, wenn Sie sich selbst mit Ihrer Vision nicht sicher fühlen. Je geringer Ihr Selbstwertgefühl, je stärker wird Sie Kritik verunsichern und zurückdrängen.

Lassen Sie es soweit nie kommen, denn eine gute Vision ist ein hervorragender Energiespender und Kompass. Anderweitig haben Sie keine kraftvolle Vision entwickelt, die im Stande ist, Sie über alle Hürden hinweg zu tragen. Wo sonst könnten Sie eine Quelle voller unerschöpflicher Energien finden, wenn nicht in Ihrer Vision?

Diese Energie brauchen Sie vor allem dann, wenn die Kritiker nicht verstummen. Machen Sie sich klar, dass jeder seine Sicht auf die Dinge haben darf, sowohl der Kritiker, aber natürlich auch Sie. Die Selbstachtung steht dabei im Vordergrund und kann nur von uns selbst genährt werden. Wer seine eigene Persönlichkeit gut kennt, erhöht seinen Selbstwert und macht sich für mögliche persönliche Anfeindungen unangreifbar. Jede Kritik ist zudem aber auch eine gute Chance daran zu wachsen und noch besser zu werden.

Visionen sichtbar machen

Als Unternehmer, Gründer, Freelancer, selbständig Tätiger und als Führungskraft sind wir am Beispiel Gropius in der Lage, von seiner bis heute einzigartigen Erfolgsgeschichte zu profitieren.

Gropius sah die Zielerreichung, also seine Visionsumsetzung, als so wichtig an, dass er auch gerne ungewöhnliche Wege ging, um alle Welt darüber zu informieren. Sein Aktionsplan sah wie folgt aus:

  • Er schrieb zahlreiche Manifeste nieder und veröffentlichte diese in unterschiedlichen Zeitungen,
  • trat auf diversen Veranstaltungen als leidenschaftlicher Redner zu seiner Vision auf
  • und drehte sogar einen Film über seine bahnbrechenden Ideen.

Durch diese vielfältigen Maßnahmen war ihm die Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit seines Herzensthemas sicher – und das in Zeiten, als es noch keine überbordende mediale Aufmerksamkeit gab. Die Presse im In- und Ausland ließ seinerzeit nicht lange auf sich warten, um von den ungewöhnlichen Neuerungen in Weimar und Dessau zu berichten. Neugierde für seine Vision löste er allemal aus.

Hand aufs Herz: Wie sieht dies bei Ihnen selbst aus? Wer weiß von Ihren Vorhaben? Wen informieren Sie regelmäßig über Ihre Ideen, die Welt ein bisschen besser zu machen? Bewegen Sie sich bereits außerhalb Ihrer Komfortzone, ungeachtet der Tatsache, dass Sie auf fremdem Terrain womöglich Kritik ausgesetzt sein könnten?

Wenn wir unsere bisherige Komfortzone nicht bereit sind zu verlassen, gelingt uns weder persönliches noch unternehmerisches Wachstum. Häufig höre ich, dass man sich über diejenigen in den sozialen Netzwerken lustig macht, die sich aus ihrer Kuschelzone herauswagen. Sätze wie „Hat der das denn wirklich nötig?“ oder „Eigenlob stinkt zum Himmel!“ sind in diesem Kontext keine Seltenheit. Doch wenn genau jene nicht mehr stolz auf Ihre Leistungen sein dürfen, auf diese Weise die zu ihrer Vision passenden Menschen nicht mehr anziehen dürfen, wie sollte dann der Samen des Neuen gesetzt werden? Und wie sonst sollte eine echte soziale Bewegung ausgelöst werden?

Eine Vision ist nicht etwa „nice to have“, sie ist die beste Möglichkeit gesellschaftliche Veränderungen voranzubringen.

Finden Sie, wie Gropius, deshalb Ihren ganz eigenen Stil und suchen Sie nach mannigfaltigen Möglichkeiten mit Ihrem Business und Ihrer Vision andere zu begeistern. Denn was nutzt Ihnen die schönste Vision, wenn sie niemand da draußen kennt. Sonst werden keine bleibenden Werte und Spuren hinterlassen.

Begeisternde Visionen brauchen persönliche Werte

Eine Vision, die begeistert und Menschen auf dem Weg der Erfüllung zu Mitstreitern macht, benötigt folgende Werte, damit sie erreicht werden kann:

  • Emotion
  • Leidenschaft
  • Kompetenz
  • Fokus
  • Nutzen
  • Klarheit

Und? Hat Ihre Vision mit diesen Werteinhalten etwas gemeinsam? An welcher Stelle könnten Sie noch einmal fein justieren? 

Es ist übrigens ganz gleich, ob sich jemand eine persönliche Lebensvision zum Ziel gesetzt hat oder mit der Gründung seines Unternehmens eine einzigartige Spur hinterlassen will.

Wer seine Vision für sich findet, der gestaltet nichts weniger als seine Zukunft. Auch deshalb sollten Sie möglichen Anfeindungen keine Aufmerksamkeit schenken. Vergessen Sie deshalb nie: die Dinge, denen Sie Ihre Aufmerksamkeit schenken, die machen Sie auch groß. Entscheiden Sie deshalb kritisch, ob der Kritiker und dessen Kritik von Bedeutung für Sie sind.

Das setzt wiederum voraus, dass Sie sich selbst und Ihr Wertgerüst gut kennen müssen. Ebenso sollten Sie Ihre wichtigsten Stärken einzusetzen wissen, um mit diesen effektvoll zu punkten.

Jegliches Fortkommen basiert auf Ihrer Persönlichkeit und die setzt sich nicht nur aus vererbten Genen und Charaktereigenschaften zusammen, sondern vor allem aus entwicklungsfähigen Werten. Sie haben immer die Chance durch Ihre Persönlichkeitsentwicklung, also Werteentwicklung, mehr aus Ihren Möglichkeiten zu machen. Wenn Sie diese Chancen nicht nutzen, nutzt sie womöglich ein anderer an Ihrer Vision vorbei.

Fazit

Wer Spuren hinterlassen will, muss an nachfolgende Generationen denken. Ob nun die eigenen Kinder, die Ihren Betrieb einmal übernehmen sollen, die Mitarbeiter, die Sie fit für die Zukunft machen möchten oder Ihr entwickeltes umweltfreundliches Produkt, welches die ökologische Welt revolutionieren und damit nachhaltig verbessern wird.

Folgende zwei Fragen helfen Ihnen und Ihrem Unternehmen auf dem Weg zur Umsetzung Ihrer Vision:

  1. Welches Problem unserer Gesellschaft löst meine Vision?
  2. Welchen Sinn und Nutzen kann mein Kunde in meinen Angeboten entdecken?

Nur so kann eine Vision mit dem realen Leben der Kunden und mit dem eigenen Wertekanon verknüpft werden, damit sie auch noch in Jahrzehnten eine mächtige Rolle spielt.

Haben Sie in Bezug auf Ihre Unternehmung schon weiter als die nächsten vier oder fünf Jahre gedacht? Falls nein, dann sollten Sie schleunigst damit beginnen. Von einem gezielten Tagtraum können Sie immer profitieren, denn Ihr Fokus wird auf diese Art weiter stabilisiert und Sie sind besser in der Lage Irrelevantes von Relevantem zu trennen.

Sie alle haben so wertvolle und sinnstiftende Ideen im Köcher, es wäre zu schade, wenn diese der Welt vorenthalten blieben, nur weil die Kritik der Andersdenkenden Sie vor dem großen Durchbruch abhalten soll.

Versorgen Sie auf dem Weg zu Ihren Erfolgen Ihre Vision mit der nötigen Energie und denken Sie dabei an Gropius. Dessen Kritiker verstummten schnell, weil sich seine Vision erfolgreich bis heute  durchzusetzen vermochte. Aus der anfänglichen Kritik wurde Respekt und Ruhm. Das ist Geschichte, die Sie selbst auch schreiben können.

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