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Franziska Ambacher
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
Mediatorin
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18.07.2017

Vertrauen ist die Währung, die zählt!

Eine weit verbreitete Unsitte greift um sich: Menschen, vor allem im Businesskontext, sind nicht gewillt, mit anderen zu kommunizieren und lassen Fragen, Meinungen oder Unsicherheiten einfach offen im Raum stehen. Gelebte Kommunikation signalisiert Wertschätzung – unterdrückte Kommunikation Geringschätzung.

Wer das zarte Band der Verbindung zwischen zwei Menschen in Form von Kommunikation nicht knüpft, die Enden einfach schlaff herunterhängen lässt, dem gelingt es nicht, das nötige Interesse und das damit verbundene Vertrauen für seine Person und seine Arbeit zu wecken.

Nur wer erkannt hat, dass belastbare Kunden- und Mitarbeiterbeziehungen aus dem ständigen Austausch bestehen, wird Kommunikation nicht als Einbahnstraße, sondern als tragendes Netz mit doppeltem Boden verstehen. Schließlich können wir Menschen nur dann unser Bestes geben, wenn wir das Gefühl haben, erwünscht zu sein und gerne gehört zu werden.

Dies gilt besonders in der Einführungsphase neuer Mitarbeiter oder in der Anbahnungsphase zwischen Interessent und Anbieter. Meiner Ansicht nach werden nur jene Firmen in der Zukunft auf dem Markt bestehen bleiben, in denen jedes Firmenmitglied weiß, mit Informationen und der sich daraus ergebenden Kommunikation würdig umzugehen. Die Überwindung destruktiver Verhaltensweisen legt große Produktivitätsreserven frei, weshalb die Kommunikation der Schlüssel zu beruflichem Erfolg ist.

Ins Leere gelaufen

Kürzlich antwortete ich einer vernetzten Einzelunternehmerin auf ihre Event-Einladung hin mit einer persönlichen Nachricht über das Businessportal XING. Ungeachtet dessen, dass ich in meinen Zeilen klares Interesse für ihre Angebote zeigte, lief meine Kommunikation ins Leere. Ich habe durchaus dafür Verständnis, dass auch in Zeiten digitaler Vernetzung Antworten nicht immer sofort erfolgen können, doch nach vier Wochen habe ich wohl aus dieser Ecke nichts mehr zu erwarten.

Wer in „Social Media“ mitspielen will, darf nicht regungslos vor dem geöffneten Theatervorhang sitzen bleiben. Rauf auf die Bühne, oder ganz lassen, ist die Devise. Sonst ergeben diese Kommunikationskanäle einfach keinen Sinn.

Ich fürchte der Wert der Kommunikation wird leider nicht nur von dieser Dame völlig unterschätzt. Gleiches gilt, wenn beispielsweise Geburtstagsgrüße übermittelt werden, aber sich nie jemand dafür bedankt. Oder Angebote bzw. Bewerbungsschreiben einen Empfänger erreichen, der sich nicht die Mühe macht, darauf zu reagieren. Mitarbeiter vergebens an der Türe des Vorgesetzten anklopfen, doch nur vertröstet werden, in der Hoffnung, dass sich das Anliegen möglichst von alleine löst. Die Liste derer, die aktive Kommunikation nicht leben, ist leider lang und womöglich haben Sie auch schon ähnliche Erfahrungen machen müssen.

Nicht dazu geboren

Menschen werden selten als Unternehmer oder Führungskraft geboren. Sie beginnen ihre Karriere meist in Angestelltenverhältnissen und genau in jenen werden sie dazu erzogen, stromlinienförmig in die Masse unterzutauchen und ihrem Persönlichkeitsprofil möglichst keinen Millimeter Raum zu verleihen.

Wer selbst denkt, hinterfragt und eigenverantwortlich handelt, damit also auch unweigerlich kommuniziert, fordert andere heraus, ist unbequem und damit für Chefs nur schwer zu führen. Ein Verhalten, das diese häufig nach allen Regeln der Kunst zu unterdrücken versuchen. So funktioniert Prägung und sickert in die DNA eines jeden Mitarbeiters sukzessive ein. Bis zu dem Punkt, wo dieses dialoglose Verhalten als „normal“ aufgefasst wird.

Kommunikation, der Erfolgsfaktor

Wenn nun genau jene Angepassten als Einzelunternehmer oder Vorgesetzte auf die Menschheit losgelassen werden, erkennen sie folglich gar nicht, dass Ihr wahres Ass im Ärmel die Fähigkeit zur Kommunikation darstellt.

Der Wert Kommunikation ist im Miteinander maßgeblich entscheidend, wie erfolgreich die Geschäfte laufen und welche Grundstimmung durch eine kommunikative Haltung erzeugt wird. Die Hirnwissenschaften lehren es uns seit langem: Unser Stammhirn verankert alle vertrauensbildenden Maßnahmen und vergisst selbst über Jahrzehnte nicht, welche Personen nicht in der Lage waren dieses Vertrauen zu rechtfertigen.

Nun  stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen sich Vertrauen zwischen kommunizierenden Menschen eigentlich entwickeln kann?

Folgende Werte im Verhalten des anderen zeigen Ihnen, wie es um dessen Kommunikationsfähigkeit bestellt ist:

  • Konsistenz, denn diese führt zu Vorhersehbarkeit und Verlässlichkeit. Es handelt sich um orientierungsgebende Werte, die vor allem im unternehmerischen Handeln von größter Bedeutung sind.
  • Fairness im Umgang mit dem Gegenüber, denn auf diese Weise wird gleichzeitig der Respekt für die Zeit und das Engagement gezollt, die man sich beim Kommunizieren gegenseitig schenkt. Dies sind sehr wertvolle Werte, da sie für die Augenhöhe der beiden Gesprächspartner verantwortlich zeichnet.
  • Ansprechbarkeit zu realisieren, damit neue Ideen entwickelt werden können. Nehmen wir wahr, dass der andere grundsätzlich als nicht ansprechbar gilt, verweigert er die kommunikative Offenheit und damit verkümmern Innovationen, Chancen und  geistvolle Momente in der Schreibtischschublade. Das sind alles Werte, die Unternehmen, vor allem in wandelvollen Zeiten, nicht riskieren sollten.
  • Diskretion bei ausgesprochenen Geheimnissen. Gerade wenn sich jemand anvertraut, darf dieses Vertrauen nicht verspielt werden. Darunter leiden Loyalität und Integrität, denn das Ziel kann nur die ehrliche Kommunikation sein. Das sind jene Werte, die als Grundvoraussetzung des Miteinanders gelten.

Das unterschätzte Kapital

Nur durch eine entsprechende Geisteshaltung und das eigene Vorleben der oben aufgeführten Werte, entsteht entwicklungsfähiges Vertrauen zwischen zwei Kommunikationspartnern. Und dies wird von beiden Seiten täglich neu verhandelt.

Deshalb bedingen sich auch die Werte Vertrauen und Sinn gegenseitig. Wenn eine Kommunikation nicht im Keim erstickt wird, gilt sie als sinnvoll und lässt Vertrauen solide heranwachsen.

Ich rufe deshalb jeden dazu auf, sein Kommunikationsverhalten ehrlich zu reflektieren. Das Vertrauen zwischen Menschen, wird in der Wirtschaftswelt nach wie vor völlig unterschätzt. Dabei stellt es die wahre treibende Kraft dar, um Ideen, Geschäfte und Konzepte erfolgreich umzusetzen.

Vertrauen ist der Klebstoff

Vertrauen ist der Klebstoff, der unsere Beziehungen zusammenhält und zu Großem weiterentwickelt. Ein offener und ehrlicher Dialog ist deshalb wertvoll und hilft darüber hinaus auch Missverständnisse bis hin zu handfesten Konflikten zu vermeiden.

Verlieren Sie, so wie ich im oben genannten Beispiel, das Vertrauen zu Ihren Kommunikationspartnern, dann verlieren Sie auch das Vertrauen in deren Kompetenz und Loyalität. Dies sind Werte, die lange brauchen, um ein erquickliches Wachstum zu erlangen, doch im Umkehrschluss in nur wenigen Sekunden durch verweigerte Kommunikation pulverisiert werden.

Wenn Sie klar kommunizieren, enttäuschen Sie keine Erwartungshaltung. Stattdessen stellen Sie Ihr persönliches Profil heraus, stehen für etwas Bestimmtes und werden niemals übersehen. Ihr innerer Kommunikations-Kompass bietet gute Orientierung und auf diese Weise ermöglichen Sie Ihren Mitmenschen, wie Mitarbeitern und Kunden, eine eindeutige Positionierung zu Ihrer Haltung.

Das wiederum nährt Ihr Image und Ihre Reputation, das heißt, dass Sie sicherstellen auch die richtigen Personen anzuziehen. Schließlich sollten Sie nicht mit jedem Geschäfte machen wollen, sondern nur mit jenen, die Sie auch erfolgreich begeistern können.

In diesem Sinne empfehle ich Ihnen – spenden Sie Vertrauen, aber rechtfertigen Sie es auch mit Ihrem Kommunikationsverhalten.

Mit inspirierenden Grüßen aus München!

Franziska Ambacher

changeify

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