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Franziska Ambacher
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
Mediatorin
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16.01.2018

Was ein Start-up wirklich zum Change-up macht

Wer bei einem Start-up anheuert, hat große Erwartungen an den Spirit, die Flexibilität, die Experimentierfreude und das Gefühl von Freiheit. Wenn jedoch kreative Ideen nicht mit klaren Verantwortlichkeiten verknüpft werden, wird im Keim erstickt, was den Mythos Start-up ausmacht: die Vorreiterrolle. Diese Strahlkraft fällt schon etablierten Unternehmen schwer, denn es sind die Menschen, die mutig zur Veränderung bereit sein müssen, damit echter Change und damit echte Innovation gelingt.

Stellen Sie sich vor, nach knapp zwanzig Jahren Selbständigkeit haben Sie den Mut zur revolutionären Veränderung in Ihrem Leben. Sie geben das mit Ihnen gewachsene Business zugunsten einer Festanstellung auf. Sie haben sich einem verlockenden Angebot eines Start-ups verschrieben und ab jetzt soll alles flexibler, sinnvoller und innovativer werden.

Mythos Start-up

Genau das war die furchtlose Entscheidung, die einer meiner Kunden für sich nach reiflicher Überlegung getroffen hatte. Seine Selbständigkeit fühlte sich nach Jahrzehnten eingefahren, irgendwie zu berechenbar für ihn an. Alles ging seinen geregelten Gang, doch der tief in ihm verankerte Wunsch nach beruflicher Veränderung und einer Branche, in der Zukunft geschrieben wird, wurde immer lauter.

Er wollte endlich etwas Sinnvolles und gesellschaftlich Bedeutsames tun, da kam der Anruf des Start-up-Unternehmens, das als Innovationstreiber für die digitale Transformation steht, genau zur rechten Zeit. Dass dieser jedoch nur einem Mythos aufsaß, sollte sich schneller als ihm lieb war, herausstellen.

Agilität im Bällebad

Allerorts lesen wir, dass deutsche Unternehmen noch immer zu langsam und zu unflexibel bei der Digitalisierung sind. Dies wollte mein Kunde mit seinem neuen Arbeitgeber ändern und heuerte mit der Vorstellung, in Zukunft Agilität im Bällebad zu leben, bei einem schnell wachsenden Start-up an. Wenn allerdings aus Spiel gewinnbringender Ernst werden soll, braucht es klare Orientierung und Strukturen, die einer Vision, einem Unternehmenssinn und einer modernen Führungskultur die Klammer geben.

Diese Klammer besteht zunächst aus einer persönlichen Haltung, das heißt die Fähigkeit, in komplexen Zusammenhängen veränderungsbereit, mutig und visionär zu bleiben. Die eigenen Werte zu kennen, diese als Gründer in die Firmen-DNA einfließen zu lassen und nicht müde zu werden den Unternehmenssinn zu kommunizieren.

Schließlich müssen nicht nur Start-ups in der Lage sein ihren Bewerbern klar machen zu können, weshalb sie hier sind und was sie mit ihrer Arbeit bewegen können. Eine klare Ausrichtung zieht erstklassige Fach- und Führungskräfte an und kann sie über einen langen Zeitraum integrieren und begeistern.

Realität frisst Klischee

Sie ahnen es sicherlich schon, mein Kunde fand in dem Start-up-Unternehmen eine völlig überlebte Unternehmenskultur vor und drohte, seine anfängliche Begeisterung und seinen Mut mit der Systemintegration einzutauschen:

  • komplett unterschiedlich handelnde Entscheidungsträger
  • 100 Prozent Expertenwissen, null Prozent Sozialkompetenz
  • führungslose und sich selbst überlassene Teams
  • dadurch aufkommende Orientierungs- und Ziellosigkeit
  • keine klaren Strategien und Planungen zu in- wie externen Prozessen
  • Strukturlosigkeit und Gleichgültigkeit bei der täglichen Arbeit
  • Vernichtung jeglicher Kreativität durch aktiven Amtsschimmel
  • Lähmende Bürokratieprozesse in allen Unternehmensbereichen
  • Kontrollwahn bis nach unten – jede kleine Entscheidung bis nach oben
  • eigene Befindlichkeiten zuerst, zweitrangige Kundenorientierung
  • fehlendes Werte- und Sinnerleben bei Führung und Mitarbeitern

Um aus einem Start-up ein Change-up zu machen, braucht es Vordenker, Querdenker, Musterbrecher und Andersmacher, auch Ideengeber und Entrepreneure, denn ihnen gehört durch mutiges Voranschreiten die Zukunft. Es geht um nichts weniger als eine neue in- wie externe Wirtschaftsordnung. Doch all jene Qualitäten nützen nichts, wenn die eigene (Selbst-)Führungskultur nicht weiterentwickelt wurde.

Nicht nur in der Start-up-Realität sieht es häufig so aus, dass Andersdenker gar nicht gewünscht sind, weil sie überfordern. Eingezogene Führungsstrukturen benötigen Menschen mit Haltung, einem festen Wertegerüst, dem Bewusstsein über das eigene Sinnbedürfnis, das des Mitarbeiters und natürlich das des Kunden. Leichtgläubig der, der davon ausgeht, dass Start-ups per se Andersdenker wollen und Andersdenker seien. Wo bisher am Firmament der Neugründungen noch wenige Vorbilder ausstrahlen, fühlt sich eine althergebrachte Führungskultur in einem vermeintlich modernen Milieu noch immer sehr wohl. So gelingt kein Change-up.

Da Veränderung heute zur Normalität geworden ist, gehört es zur zentralen Führungsaufgabe – vom Vorstand bis zum Teamlead – seine persönliche Veränderungsfähigkeit zur Kernkompetenz zu entwickeln.

Haltung schlägt Methode

Meine Impulse für etablierte Unternehmen und führungslose Start-ups lauten deshalb, sich nicht alleinig auf die Technik von agilen Methoden zu versteifen, sondern grundlegende persönliche Haltungsänderungen vorzunehmen:

  • Fähigkeit zur mutigen Selbstreflektion und Persönlichkeitsentwicklung
  • in Netzwerken denken und handeln
  • lebendige und transparente Kommunikations- und Fehlerkultur etablieren
  • früh Selbstbestimmung, Vertrauen, Freiräume und Verantwortung übertragen
  • Beziehungsmanagement und Sozialkompetenzentwicklung
  • passfähige, sinnstiftende und verbindlich gelebte Werte
  • klare Ziele setzen, die nicht nur aus Zahlen bestehen
  • gemeinsame Strategien entwerfen und regelmäßig überprüfen
  • radikale Kundenorientierung
  • Wissen um den Unternehmenssinn und dessen Verbreitung
  • Klarheit über das eigene Sinnbedürfnis, das der Mitarbeiter und das der Kunden

Fazit

Menschen in Unternehmen sind nach wie vor wie in alten Managementzeiten zu 90 Prozent damit beschäftigt, das bestehende System nach überlieferter Logik noch besser machen zu wollen. Das erinnert mich an den Slogan:

„Nur nicht verschlimmbessern“

und zeigt auf, dass es ohne den Mut zu einem grundlegenden Haltungswandel keine erfolgreiche Zukunft gibt. Die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen unserer Zeit setzen Unternehmen heute immer stärker unter Druck und verlangen wert- und sinnvolle Taten.

Jeder will mit dabei sein und von neuen Strömungen profitieren, doch viele stolpern stattdessen über ihre eigene überlebte Haltung:

„Wasch mich, aber mach mich nicht nass“.

Deshalb wird gute Führung noch wichtiger, als sie ohnehin schon immer war.

Wenn Unternehmen sich nur den Anstrich von Modernität geben, aber die Arbeitsmoral sowie die Führungskultur nicht identisch zum Anspruch leben, wenden sich ihre Leistungsträger unwiederbringlich von ihnen ab. Ohne diese Spielmacher ist keine Effizienz, keine Produktivität, keine Flexibilität, keine Innovation und keine Kreativität zu spüren. Das Spüren in diesem Zusammenhang ist jene Veränderungsenergie, um die es zukünftig gehen wird, um für Kunden und Mitarbeiter attraktiv zu sein.

Fehlentwicklungen entgegen zu wirken, wird jenen gelingen, die erkannt haben, dass sie selbst der Dreh- und Angelpunkt zur Wende sind, denn als Vorbild kann es sich niemand leisten mit beiden Beinen auf der Bremse zu stehen und gleichzeitig von Mitarbeitern zu erwarten, dass diese möglichst flott ihre Haltung ändern mögen.

Lösen Sie Ihre gefühlte Bremse und machen Sie aus Ihrer neu gewonnenen Veränderungsbereitschaft die nötige Veränderungsenergie. Wagen Sie den Blick über den Tellerrand und tanzen Sie aus der Reihe. Schließlich geht es um den nachhaltigen Erfolg Ihres Unternehmens sowie Ihrer Führungsqualität.

Ihr kostenloses Erstgespräch befindet sich nur einen Klick weit von Ihnen entfernt. Schreiben Sie mir einfach via Kontaktformular oder rufen Sie mich kurz an. Ich freue mich von Ihnen zu hören – Ihr Mut wird belohnt werden.

"Ich verdanke meinen Erfolg weniger meinen Kenntnissen als meinem Charakter"

(Robert Bosch, 1861-1942, dt. Industrieller, Ingenieur und Erfinder)

Mit den Worten von Robert Bosch verabschiede ich mich für heute bei Ihnen. Für all Ihre Veränderungsvorhaben wünsche ich Ihnen stets die richtige Portion Mut, gute Inspirationen und eine ungebremste Veränderungsenergie, die Ihnen den Esprit verleiht, den Leuchttürme dringend brauchen!

Ihre Franziska Ambacher

changeify

Ihr Inspirationsfeuerwerk

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