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Franziska Ambacher
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
Mediatorin
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14.05.2018

Wie windige Motivationsgurus mit hohlen Phrasen demotivieren

Wer heute barfuß über glühende Kohlen geht, wird deshalb morgen noch lange nicht fokussierter, dynamischer und erfolgreicher handeln. Doch auf der Suche nach dem persönlichen Wachstum, dem richtigen Job oder gar nach einem erfüllenden Leben, giert so manch einer nach der ultimativen Abkürzung, um noch schneller, effektiver und garantierter ans Ziel seiner Wünsche zu gelangen. Die irrsinnigsten Angebote von vielen windigen Motivationsgurus ziehen die Massen magisch an und bewirken doch nur das Gegenteil: demotivierter Stillstand. Nachdem der Ruf der hohlen Phrasen verhallt ist, bemerkt der letzte Jünger, dass Motivation nicht übergestülpt werden kann. Wie Sie ganz ohne unseriöse Angebote motiviert bei der Sache bleiben, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

Kennen Sie solch verführerische Angebote auch?

„In nur zwei Tagen zu 500 neuen Kunden“ – „Selbstbewusster durch den 10-Schritte-Plan“ – „Über Nacht zum Millionär mit nur einem Onlinekurs“ – „In drei Wochen zum eigenen Buch“.

Ultimative Versprechen ziehen magisch an

Gut, dass mir bei all den aufgezählten Erfolgstipps nicht auch noch Rauch vor Wut aus den Ohren kommt, wenn ich in den sozialen Netzwerken, in Werbekampagnen oder bei großangelegten Motivationskongressen solch ultimative Versprechen vorgesetzt bekomme. So unseriös sie sind, so sehr ziehen sie die Massen an. Immer noch.

Als Persönlichkeits- und Business-Coach bin ich natürlich auch ein Teil dieser sagenumwobenen Beratungsbranche und sehe durch diese „Mitbewerber“ mein Berufsethos langsam dahinschwinden. Wie um Himmelswillen sollen große Ziele mit Tiefgang in so kurzer Zeit aufrichtig erreicht werden können? Denn wenn das so einfach ist, warum machen es dann nicht alle so?

Jo-Jo-Effekt lacht sich ins Fäustchen

Es ist ein bisschen wie beim Abnehmen. Schnell und effektiv können Sie durchaus viele Kilos verlieren, doch der berühmt-berüchtigte Jo-Jo-Effekt lacht sich bereits währenddessen die Pfunde purzeln ins Fäustchen.

Es geht bei den allseits beliebten Abkürzungen im Leben nie um eine echte Verhaltensänderung, um eine neue Haltung zum Essen, zur Ernährung oder zu alten Gewohnheiten. Es geht nur um eine kurzlebige, wenig hilfreiche Instant-Lösung, die leider keine ist.

Feuerläufer in der Selbstoptimierungsfalle

In meiner Nachbarschaft beobachte ich schon länger eine reichlich unglückliche Mitvierzigerin. Sie interessiert sich für alle Themen rund um die Selbstoptimierung, besucht regelmäßig mehr oder weniger zweifelhafte Seminarangebote, damit es doch endlich einmal mit ihrem Karma was wird.

Parallel dazu hoppt sie von Job zu Job. Nirgendwo ist sie bisher wirklich angekommen und wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ sogar vom letzten Arbeitgeber vor die Türe gesetzt worden. Seitdem ist sie auf der Suche nach dem ultimativen Ding zum durchschlagenden Erfolg und damit auf dem geraden Weg in die Selbstoptimierungsfalle.

Selbständigkeit als Problemlöser

Nach unzähligen Selbstoptimierungs-CDs, -Workshops, -Seminaren und -Ratgebern reifte der Entschluss in ihr, sich „einfach selbständig“ zu machen. Wer selbständig ist, kann endlich den Duft von Freiheit genießen, muss sich von niemanden mehr etwas sagen lassen und lebt im eigenen Tempo. So viel zu ihrer fixen Vorstellung.

Laut all der heilsversprechenden Statements aus der Riege der oben genannten Motivations-Propheten, müsse sie schließlich „nur an sich selbst glauben“, dann könne sie dadurch auch alles erreichen – eben genau so, wie sie als Feuerläuferin ganz ohne Brandblasen abzubekommen, über glühende Kohlen laufen kann.

Das ultimative Ding

Das ultimative Ding ward gefunden und nun, so ganz ohne jegliches Selbst-Bewusstsein, ohne Strategie und ohne klares Finanz-, Vertriebs- und Marketing-Konzept, sprach sie hoch motiviert bei jeder gebotenen Gelegenheit über ihr „Herzensprojekt“.

Der sehnliche Wunsch diesem Schritt für Schritt näher zu kommen war zwar vorhanden, doch trotz aller Mantra artigen Motivations-Exkursionen, war an die Umsetzung ihrer Idee nicht zu denken, geschweige erste Fortschritte greifbar. Es handelte sich lediglich um eine Wunschvorstellung, nicht um ein realistisches Ziel.

Hirngespinste motivieren nicht

Wer mit Hirngespinsten dem fahrenden Volk der Motivationsgurus lauscht, darf nicht glauben, was in hohlen Phrasen von der Bühne der Eitelkeiten herunter geschmettert wird. Schon gar nicht, dass sich daraus ein tragfähiges Business entwickeln lasse.

Natürlich braucht es vielfältige Motivationen (extrinsisch und intrinsisch) auf dem Weg zur Zielerreichung, doch übergestülpte „Methoden“, wie beispielsweise über glühende Kohlen zu laufen, funktionieren nicht. Was hilft stattdessen, um motiviert zu sein? Die wahre Initialzündung kommt von innen:

  • Sinnhaftigkeit in der Aufgabe erkennen (mein Warum?)
  • Daraus eine Vision mit realistischen Zielen entwickeln (innere Orientierung und Fokussierung)
  • Persönliche Bedürfnisse leben (Motive)
  • Anerkennung und Vertrauen schenken (sich und anderen gegenüber)
  • Geeignete Rahmenbedingungen schaffen (Ressourcen)
  • Teil der Lösung zu sein (Pflichtbewusstsein)
  • Erfolgserlebnisse vermelden (Meilensteine)
  • Ausgleich von Geben und Nehmen sichern (Verantwortung)
  • Individuelles Wertegerüst leben (Haltung)
  • Aktivität statt Passivität zu fördern (Handlungsfähigkeit)

Ist der Ruf erstmal ruiniert

Menschen wie die frustrierte Mitvierzigerin, sind durch ihre Ziellosigkeit, Umsetzungspassivität und Unsicherheit ein gefundenes Fressen für all jene, die auf dem Rücken orientierungsloser Sinnsucher unethisches Geld verdienen und meine Branche – leider häufig zu Recht – weiter in Verruf bringen. Denn langsam dämmert es dem Gottgläubigsten, dass er oder sie nach dem Onlinekurs immer noch keine Million reicher oder selbstbewusster ist.

Veränderungen brauchen Zeit und ein intensives Investment in die eigene Persönlichkeit. Wer das ignoriert, muss sich nicht wundern, dass er am Ende nur draufzahlt und keinen Nutzen für die eigene Sache davonträgt.

Jetzt geht es „nur“ noch um die Umsetzung

Zufällig traf ich die Nachbarin an der Supermarktkasse unseres Wohnviertels wieder und ich fragte sie, wie es denn auf dem kürzlich besuchten Motivationskurs, wo sie barfuß über glühende Kohlen gehen sollte, gewesen sei?

Während ihre Tiefkühlpizzen flott aufs Laufband der Kassiererin flogen, schwärmte sie mir – mit glutvollem Blick – von diesem „bewusstseinsverändernden Seminar“ nur so vor. Als ich mich dann erdreistete weiter zu fragen, was sich denn seitdem schon in ihrem Leben verändert hätte, blickte ich in völlig irritierte Augen:

„Ich bin total geflasht und viel motivierter zurück nach Hause gefahren. Jetzt geht es nur noch darum, all diese kraftvollen Impulse für meine Selbständigkeit umzusetzen. Ich spüre sogar körperlich, wie sich der Himmel für mich auftut. Jetzt wird endlich alles gut.“

Instant-Lösungen klingen verlockend

Autsch, da wurde mir die scheinspirituelle Weisheit des Motivationsgurus gleich auswendig vorgeplappert – und womöglich noch für bare Münze genommen. Instant-Lösungen klingen verlockend, doch sie halten selten, was sie in die Welt hinausposaunen. Da lägen ja alle anderen Menschen, die sich mit dem tiefgreifenden Erarbeiten des eigenen Lebensweges beschäftigen, total daneben.

Oft ist der Auslöser nach Veränderung das Gefühl von innerer Leere, eine Art Blutarmut, die trotz aller Annehmlichkeiten des Lebens einfach nicht enden will.

Sinnfragen kommen auf

Mit zunehmendem Alter kommen wir alle an den Punkt uns zu fragen,

  • ob das wirklich schon alles gewesen sein soll?
  • Wann packen wir endlich die Dinge an, die wir schon viel zu lange vor uns herschieben?
  • Was ist aus unseren Träumen geworden?
  • Empfinden wir unser Leben überhaupt noch als sinnvoll?

So wenig schnell diese existenziellen Fragen auch zu beantworten sind, so wichtig sind sie, dass wir uns mit ihnen beschäftigen. Natürlich wäre es schön zu wissen, es gäbe die ultimative Abkürzung auf dem Weg zu unserer Erfüllung, doch dieser unrealistische Wunsch sollte so schnell begraben werden, wie er aufgekommen ist. Veränderung hat nichts mit Effizienz zu tun, auch wenn uns dies täglich um die Ohren gehauen wird.

Junkfood hält nicht lange vor

Irgendwie passten die Tiefkühlpizzen meiner Nachbarin auf dem Kassenlaufband im Supermarkt – natürlich nur die Steinofenversion – direkt proportional zu unserer Unterhaltung. Denn wer sich Junkfood in den Mund steckt, weiß natürlich beim ersten Bissen, dass die selbstgebackene Pizza beim Italiener um die Ecke viel besser schmeckt und zufriedener macht.

Billig und schnell kann also gar nicht eine langfristige und nachhaltige Wirkung entfachen, die solchen „Hauruck-Angeboten“ der Motivationsszene zugeschrieben wird. Selbst wenn wir als Deutsche dafür bekannt sind, selten den wahren Unterschied zwischen dem Preis und dem Wert einer Sache zu kennen. Fallen wir womöglich deshalb so leichtfertig auf diese dämlichen Angebote rein?

Grundlage des Daseins

Es sollte jedem Menschen am Herzen liegen, sich über sich selbst, die beruflichen und persönlichen Ziele klar werden zu wollen, denn sonst kommen wir im Leben nie wirklich zufrieden an. Schließlich geht es um die Grundlage unseres Daseins. Nur bitte gehen Sie es anders an, als die furchtlose Feuerläuferin aus meiner Nachbarschaft.

Es gibt praktikable Lösungswege, die wirklich weiterbringen und jeden Interessierten mit stabilen Werten beschenken, die ein ganzes Berufs- und Privatleben lang für Veränderungsbereitschaft, Kreativität, Eigenverantwortung und Vertrauen sorgen.

Eigenes Unheil vs. fremdes Glück

Jede Veränderung ist nahezu unmöglich zu realisieren, wenn die alte bzw. die bisherige Situation vermeintlich mehr Vorteile bietet, als dies die neue verspricht. Weil der Mensch nun mal ein Gewohnheitstier ist, wird er sich vor allem für die Vertrautheit einer Situation entscheiden, denn jetzt stimmen die Emotionen in ihm und dämpfen gleichzeitig die Lust auf Neues.

Wäre die Mitvierzigerin ehrlich zu sich, wüsste sie, genau an diesem Punkt von den windigen Motivationsgurus ausgebremst bzw. demotiviert worden zu sein.

Letztlich blieb alles bei ihr beim Alten, nämlich das vertraute Unheil wird dem unbekannten Glück vorgezogen. Und weil es so schwierig ist in dieser Situation auch noch Energie für das Neue aufzubringen, wartet sie auf den sogenannten Leidensdruck. Je höher, je mehr bewegt sich der Betroffene, so zumindest die Annahme.

Leidensdruck verschlingt viel Energie

Doch genau jetzt – mitten drin im Leidensdruck – regiert die Angst, die Orientierungs- und die Hilflosigkeit. Diese drei Kandidaten sind schlechte Berater und verschlingen eine große Menge an Energie. So ist es nur logisch, dass jeder nach der Abkürzung sucht, die die unseriösen Marktschreier anbieten. Bleiben Sie dennoch standhaft, dann werden Sie belohnt.

Vier praktikable Energielieferanten

Folgende vier Erkenntnisse schaffen Ihnen die gesunde Grundlage, Energielieferanten ins Leben zu holen, die bei jeder Art von Veränderung nützlich und nachhaltig sind. Ihr Wertegerüst wird durch diese vier Energielieferanten nicht nur aktiviert, sondern mit flankierenden Werten ausgestattet, die Sie bei der erfolgreichen Bewältigung von (persönlichen und/oder beruflichen) Changeprozessen benötigen:

1.      Ein lohnendes Ziel finden.

2.      Innere Neugierde verspüren.

3.      Aktive Beteiligung erleben.

4.      Eigenbewegung nutzen.

Übertragen wir diese vier Energielieferanten nun auf das Beispiel der frustrierten Mitvierzigerin. Im Gegensatz zu ihrem Wunsch, ist ihr „Herzensprojekt“ bekanntermaßen noch immer nicht weiter gediehen, stattdessen viel Geld, Zeit und Nerven für unseriöse Motivationsgurus ausgegeben worden:

1.      Sich selbständig zu machen ist an sich noch kein anziehendes und damit lohnendes Ziel. Die Frage: „Worin liegt der Sinn meiner Unternehmung?“ muss vorab geklärt werden, um langfristig motiviert zu bleiben und seine eigene Vision zu kreieren.

2.      Neugierde entwickelt sich dann, wenn eine ungebrochene Lust auf Such- und Experimentierfreude an den Tag gelegt wird (gelebte Fehlertoleranz oder auf Neudeutsch „trial and error“). Der Wert Neugierde wird übrigens vom Wert Ausdauer flankiert, denn was wäre, wenn ein Kind nach drei gescheiterten Gehversuchen einfach liegen bliebe und im Anschluss beschließt, nie wieder einen neuen Versuch zu starten? Wären wir Menschen von Kindesbeinen an nicht neugierig, kämen wir bei keinem Schritt weiter.

3.      Eine aktive Beteiligung findet dann statt, wenn die eigene Sache durch die leidenschaftliche Kreativität selbst mitgestaltet wird. Aktivität schlägt Passivität und fordert dazu heraus, selbst die Zügel des Lebens (wieder) in die Hand zu nehmen. Keine vorgefertigten Standard- bzw. Instant-Lösungen, wie die Junkfood-Pizza aus dem Tiefkühlregal, sondern die selbst entwickelten Angebote und Dienstleistungen schaffen den Erfolg, das Alleinstellungsmerkmal und das Selbstbewusstsein zur entwickelten Idee.

4.      Aus der eigenen Mitte heraus agieren, bedeutet die Eigenbewegung, also die eigene Haltung zu aktivieren, um seine Einstellung zu Veränderungen grundsätzlich positiv zu sehen („Wer wagt, gewinnt“).  Der Aspekt des „Wählen-könnens“ steht plötzlich im Raum (und besteht die Wahl nur darin, die Dinge anders zu sehen) und ermöglicht das Gefühl von Kontrollhoheit und Selbstwirksamkeit. Außerdem ist es hilfreich das eigene Ziel in Etappen zu unterteilen und damit für das so wichtige Grundgefühl zu sorgen, dass die Herausforderungen auf diese Weise auch bewältigbar bleiben.

Fazit

Planen Sie Ihr Leben und die damit zusammenhängenden Ziele am besten genauso akribisch, wie Ihren letzten großen Urlaub. Marktschreierisch angepriesene Erfolgsabkürzungen funktionieren bewiesenermaßen nicht.

Fokussierter, dynamischer und erfolgreicher bei der Zielerreichung werden nur jene, die sich aktiv mit der eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen und kluge Strategien entwickeln, wie sie ihr angepeiltes Ziel am sinnvollsten und erfolgversprechendsten umsetzen. Abkürzungen dabei gibt es nicht, denn die Etappen Ihres Weges bauen auf einander logisch auf.

Grundsätzlich gilt, dass das wichtigste bei Veränderungen die Lust auf sie ist. Unterschätzen Sie deshalb nicht die wahren Energielieferanten und deren aktive Möglichkeiten Sie und Ihre Ziele zu mobilisieren.

Wer nur aus dem Motiv „So geht das nicht mehr weiter“ heraus agiert, denkt immer nur an ein „weg von“. Dagegen ist eine „hin zu“-Energie die Veränderung Ihrer Gegenwart, um die Zukunft besser zu machen.

Motivation ist so individuell, wie wir Menschen. Das bedeutet aber auch, dass ein windiger Motivationsguru keine Blaupausen auf seine Zuhörerschaft überstülpen kann, denn sonst passiert genau das Gegenteil: demotivierter Stillstand.

Viel Erfolg auf Ihrem Weg und vergessen Sie nie: Jedes Changemanagement ist zugleich ein großes Chancenmanagement, bei deren Umsetzung ich Ihnen gerne behilflich bin. Rufen Sie mich jetzt an oder schreiben Sie mir eine E-Mail. Ich freue mich von Ihnen zu hören.

Mit inspirierenden Grüßen aus München

Ihre Franziska Ambacher

changeify

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