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Franziska Ambacher
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
Mediatorin
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14.08.2018

Wie ein inspirierendes Vorbild meine Karriere beflügelte

Ende der 1980er Jahre absolvierte ich ein Praktikum bei einer britischen Modeikone - der „Queen of Punk“. Eine Szenerie in ihrem Atelier habe ich bis heute nicht vergessen, denn dadurch erlangte ich bereits bei meinen ersten Schritten im Arbeitsleben Erkenntnisse, die bis heute in mir wirken. Durch dieses zentrale Schlüsselerlebnis begriff ich, wie wichtig Vorbilder für das eigene Wachstum, eine gute Mitarbeiterbindung und -motivation sind und welch positive Auswirkungen auf Mensch und Unternehmen möglich sind. Deshalb sollten wir uns aktiv auf die Suche nach Vorbildern machen, denn sie fallen bekanntlich nicht vom Himmel. Inspiriert durch vorbildhaftes Verhalten finden wir auf diese Weise unseren ganz eigenen Weg und werden selbst zu Vorbildern für andere.

Es war sehr kalt und windig an diesem verschneiten Dezembermorgen mitten im geschäftigen Berlin der 1980er Jahre. Dick eingemummt kam ich aus der überfüllten U-Bahn bei meinem damaligen Praktikumsplatz an.

Wie üblich hatte ich um diese frühe Zeit noch nichts im Magen. Viel wichtiger als zu frühstücken war es mir während meiner ersten beruflichen Schritte, frühzeitig im Büro zu sein, um bereits von Tagesbeginn an alles Wichtige mitzubekommen und zu lernen. Für meine damalige Arbeitgeberin war ich erst seit ganz kurzer Zeit tätig und wusste natürlich noch nicht genau, wie die Uhren dort tickten.

Mein Vorbild – von Null auf Hundert

Neugierig und motiviert betrat ich um kurz nach sieben Uhr die Büroetage und plötzlich breitete sich eine wohlige Duftwolke von frisch aufgebrühtem Breakfast-Tea in den Fluren aus. Es überraschte mich, dass scheinbar schon jemand vor mir am Arbeitsplatz produktiv war. Als ich meinen Mantel, Schal und Mütze an der Garderobe aufhing, die sich direkt neben der Teeküche befand, sah ich sie dort ganz geschäftig im Dunkeln Geschirr sortieren: meine Chefin.

Ziemlich verdutzt musste ich wohl dreingeschaut haben, denn ich hatte jeden, wirklich jeden anderen dort erwartet, nur nicht sie. Mit wirrem Haar und noch reichlich müde, quetschte ich ein vorsichtiges „Good morning, Madam“ heraus.

Dieses für mich sehr beeindruckende und doch so einfach gestrickte Ereignis zählt für mich bis heute zu einem echten Höhepunkt eines vorbildlichen Führungsverhaltens. Es machte mir schlagartig deutlich, was es heißt, für seine Mitarbeitenden als Vorbild zu fungieren, persönliche Werte zu Unternehmenswerten zu machen und jedem Mitarbeiter den Sinn für dessen Aufgabengebiet zu vermitteln.

Das Enfants terrible der Fashionindustrie

Sie lebte das vor, wofür sie stand. Sie war sich für nichts zu schade und tat die Dinge einfach, ohne lange zu lamentieren. Bei meiner Chefin handelte es sich übrigens um keine geringere als die weltberühmte britische Stardesignerin Vivienne Isabel Westwood.

Ich hatte nicht erwartet, dass jemand wie sie, zu der man voller Respekt und mit größter Hochachtung aufblickte,

1.     als erste am Arbeitsplatz sein würde und

2.     sämtliche Vorbereitungen für den Tag alleine in Angriff nahm, ohne dass ihr dabei

3.     auch nur ein Hauch von Zacken aus der Krone bräche.

4.     Dass jemand wie sie für alle Mitarbeitenden selbst Tee kochen würde, damit man sich

        vor Arbeitsbeginn erst einmal aufwärmte.

5.     Ganz zu schweigen davon, dass sie auch noch klassisches Scones-Gebäck dazu reichte, das sie

        nachts zuvor selbst gebacken hatte, um allen Teammitgliedern Wertschätzung und Respekt

        entgegen zu bringen.

Fast ungläubig bediente nicht nur ich mich aus ihrer liebevoll angerichteten Schale und startete durch ihre Einladung, gemeinsam zusammen zu kommen, hoch motiviert in diesen für mich ungewöhnlichen Morgen.

Bereits bei Tee und Gebäck sprachen wir alle wichtigen Punkte der Tagesagenda durch, entwickelten gemeinsam bahnbrechende Looks, verteilten unsere Aufgaben an die Teammitglieder, die sie aufgrund ihrer Fähigkeiten am besten erledigen konnten, und wurden Teil der Westwood-Vision, die Mode kreierte, die sich dynamisch auf den Körper bezog, weil sie wusste, dass dies niemals aus der Mode kommen würde.

Kein Vorbild kopieren – authentisch bleiben ist die Devise

Aufgrund ihres unschlagbaren Durchhaltevermögens und ihres unerschütterlichen Glaubens an sich selbst und ihre Fähigkeiten, bewältigte Vivienne Isabel Westwood auch Tiefpunkte in ihrem Leben, wie zum Beispiel die Tatsache, dass sie zeitweise als Alleinerziehende ihre beiden Söhne im Wohnwagen großzog, weil das Geld nicht immer für die Miete reichte.

Außerdem wurde sie anfangs in der Modeszene nur als verrücktes Huhn belächelt, weil sie selbst keine Schneider- oder Designausbildung vorzuweisen hatte. Zunächst bekam sie nirgendwo die Möglichkeit, ihre Kollektionen vorzuführen, also eröffnete sie einfach einen simplen Laden im populären Londoner Kreativ- und Shopping-Viertel Chelsea und funktionierte die Kings Road kurzerhand zum Laufsteg um. Kommt der Berg nicht zum Propheten, muss der Prophet eben lösungsorientiert zum Berg kommen.

Vivienne Isabel Westwood stammt aus einer Arbeiterfamilie und arbeitete zunächst als Lehrerin. Sie wurde aber schon damals von Stoffen magisch angezogen, weshalb sie privat alle Kleidungsstücke, die sie kaufte, auftrennte und sie auf Schnittführung und Einlagetechniken analysierte, um alles selbst einfach an der Haushaltsnähmaschine nach zu nähen. Schließlich startete sie als ungelernte Quereinsteigerin in der Modebranche durch.

Es ging ihr bei ihren Kreationen nie um das Kopieren des Designs ihrer Vorbilder, wie zum Beispiel Christian Dior, sondern immer um das Vorbild eines Werkes, das sie dann mit ihrer eigenen Authentizität neu inszenierte. Denn es stellt eine Gefahr dar, dass man selbst nicht eigenständig bleibt, wenn man Vorbilder 1:1 nachahmt. Sie wusste um diese Zusammenhänge.

An ihrem Vorbild konnte ich täglich erleben, dass es selbst ohne Ausbildung und Studium möglich ist, mich nicht verbiegen zu müssen und etwas aus mir und meinen Fähigkeiten zu machen. Sie hat immer an mich geglaubt und ist nicht müde geworden, in meiner Gegenwart darüber zu sprechen, dass keine Frau gezwungen ist, wegen fehlender offizieller Scheine und Abschlüsse nur in der zweiten Reihe agieren zu dürfen.

Diese Haltung beflügelte mich und gab mir Rückenwind auf meinem Weg als Quereinsteigerin in die Fashionindustrie und diverse Branchen sowie Führungspositionen. Ich traute mir langsam immer mehr zu und pfiff auf traditionelles Establishment. Nach zehn Jahren in der Mode spürte ich allerdings, dass auch ich immer stärker meinem eigenen Ruf folgen musste, also machte ich aus der Not die Tugend. Durch die Insolvenz meines damaligen Arbeitgebers kam ich bei meiner nächsten Karrieerestation mit Coaching und Führungskräfteentwicklung in Berührung. Es sollte mein Einstieg zu meiner wahren Berufung werden. 

Manchmal, das ist noch heute so, kommt ein altes Muster wieder durch, jenes, das mich zurückhalten will und mir mitteilt, dass ich dies oder jenes doch gar nicht könne, nicht von der Pike auf gelernt habe, doch dann kommt mir Vivienne Isabel Westwood wieder in den Sinn und ich suche nach Wegen, wie es eben doch gehen kann. Auf diese Weise traute ich mir zu mein eigenes Coachingbüro zu eröffnen - und ich habe es keinen Tag lang bereut. Danke Vivienne Isabel Westwood.

Die persönliche Haltung als Erfolgsfaktor

Der Erfolg gab ihrer Haltung sowie Authentizität übrigens Recht und bis heute, bei einem weltweiten Unternehmensumsatz in zweistelliger Millionenhöhe, hat Vivienne Isabel Westwood nie vergessen, dass nicht altbackene Konventionen zählen, sondern nur die individuelle Persönlichkeit.

An ihrem Vorbild lernte ich damals in der kurzen, aber sehr intensiven Phase meines Praktikums, dass humanistische und unternehmerische Werte zu einer Haltung führen, die in einem Team, in einem Unternehmen, letztlich in jeder Gruppe von Menschen, zunächst gemeinsam erarbeitet und akzeptiert werden muss, bevor sie allen wie selbstverständlich von der Hand geht.

Ihr ging es nie darum, perfekt zu sein, sondern „nur“ authentisch, ehrlich und menschlich. Sie hat durch ihre Haltung definitiv dafür gesorgt, dass wir alle sehr gerne und sehr engagiert für sie und ihr Label arbeiteten. Wir zogen an einem Strang und ihre Vision wurde zu unserer.

Gute Vorbilder verbinden Menschen zu Teams

Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation stehen und fallen mit dem Vorbild des direkten Vorgesetzten. Eine Studie des Corporate Leadership Council (mit über 50.000 Teilnehmern) hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung bei motivierten Mitarbeitern um 87 Prozent geringer ist, als bei unmotivierten.

Vielleicht kennen Sie es auch aus eigener Erfahrung: Sie haben irgendwann einmal nicht wirklich Ihren Job, sehr wohl aber Ihren Chef verlassen, weil Sie mit Ihren Werten nie an den seinigen haben andocken können. Weil er eben nie ein Vorbild für Sie war, und wenn dann nur ein schlechtes. Gleiches gilt auch für die UnternehmenskuItur. Ist diese mit den eigenen Werten, der eigenen Persönlichkeit, nicht kompatibel, häufen sich innere und äußere Konflikte.

Gerade in Veränderungsprozessen oder in einer Krise, ob privat oder im Unternehmen, wirkt ein gutes Vorbild wie der berühmte Fels in der Brandung. Umso begeisterter war ich damals von dem Vorleben der Werte Vivienne Isabel Westwoods, die mir als Neuzugang im Handumdrehen Halt, Orientierung und eine schnelle Integration ins Team ermöglichte.

Mal ganz davon zu schweigen, dass durch ihre feuerwerksartigen Inspirationen kein Tag langweilig war und ich mich noch heute, knapp 30 Jahre später, immer wieder gerne daran zurückerinnere.

Gute Vorbilder vermitteln Werte

Welche Werte meiner damaligen Chefin haben mich so nachhaltig begeistert und in den Bann gezogen? Weshalb habe ich ihr vorbildhaftes Führungsverhalten später selbst übernommen? Und warum lebe ich das so vorbildliche Verhalten heute als Persönlichkeits- und Business-Coach?

  • Gelebte Demut, Wertschätzung und Interesse am Individuum
  • Ausgelöste Motivation und Gemeinschaftssinn
  • Grundlegendes Vertrauen in Menschen und deren Fähigkeiten
  • Identitätsstiftende Authentizität
  • Unerschöpfliche Ausdauer und Durchhaltevermögen
  • Raumgreifende Kreativität und Initiative
  • Persönliche und unternehmerische Veränderungsbereitschaft
  • Einzigartigkeit, um sich als einprägsame Marke vom Mittelmaß abzuheben
  • Kommunikation zwischen allen in- wie externen Kunden
  • Verantwortung für psychische und physische Gesundheit
  • Respekt vor allen Hierarchiestufen und Unterschiedlichkeiten
  • Anerkennung des geleisteten Engagements
  • Augenhöhe zwischen Chefin und Mitarbeitenden
  • Menschlichkeit, Ruhe und Ausgeglichenheit trotz hektischem Berufsalltag

Diese und noch viele weitere Werte förderten die Arbeitsatmosphäre und eine positive Unternehmenskultur – wir Mitarbeiter gewannen den Eindruck, dass wir in unserer Einzigartigkeit gesehen und gehört werden.

Wir fühlten uns wohl unter einer Führungspersönlichkeit, die uns zutraute, dass wir uns etwas zutrauen. Und der Spaß wie Zusammenhalt bei all den Herausforderungen und Klippen, die zu nehmen waren, hat gerade deshalb nie gefehlt.

Wie ein Leuchtturm am Horizont

Vor allem für mich als Frau, bei der es erziehungsbedingt oft hieß: „Schuster, bleib bei deinem Leisten“, „Glaube nicht, dass die Welt auf dich gewartet hat“ oder „Du wirst sowieso einmal geheiratet werden, mach mal halblang“, übte Viviennes entgegengesetzte und emanzipierte Haltung große Strahlkraft auf mich aus.

Selbst brauchte ich noch einige Zeit, bis ich mir mehr zutraute und etwas größer zu denken begann - doch mein Vorbild Vivienne Isabel Westwood animiert und motiviert mich noch heute dazu.

In meinen dann folgenden Führungspositionen kam jedenfalls das Repertoire, dass ich von Vivienne Isabel Westwood kannte, immer öfter zum Einsatz. Natürlich lief ich schnell gegen Mauern und wurde als „Business-Romantikerin“ verschrien - habe im Grunde aber nie an dieser Haltung gezweifelt und bleibe mir bis heute treu.

Deshalb ist es mir in meinem Coaching sehr wichtig, dass Menschen lernen, an sich zu glauben, ihre Persönlichkeit als das wahre Unterscheidungskriterium wertzuschätzen und hart dafür zu arbeiten, dass sie ihre Ziele erreichen.

Die Initiative von Vivienne Isabel Westwood reichte übrigens weit über den eigenen Führungsauftrag in ihrem Unternehmen hinaus. Sie engagierte sich schon in den 1980er Jahren für Umwelt- und Tierschutz, Menschenrechte und Abrüstung. Als einflussreiche Prominente und zweifache Mutter wusste sie um die Wichtigkeit von Vorbildern und nutzte später ihren Promistatus bewusst dazu, Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu nehmen. Sie bemühte sich aktiv, die Welt täglich ein bisschen besser zu machen. Ob im Großen oder im Kleinen.

Eine Vorbild-Ebbe statt Vorbild-Flut

Im Laufe meiner Berufslaufbahn erkannte ich jedoch immer deutlicher, wie selten gute Führungskräfte, gute Vorbilder, in der heutigen Wirtschaftswelt sind. Was dies letztlich über unsere Führungskultur in deutschen Unternehmen aussagt, muss ich wohl nicht weiter ausführen.

Dass Vorbilder aber etwas Nachhaltiges in uns bewirken, beweist ein kleines psychologisches Experiment:

Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass unser Belohnungssystem im Gehirn bereits auf Hochtouren läuft, wenn wir nur an eine inspirierende Persönlichkeit, also unser Vorbild denken.

Die Hirnforscher stellten an einer amerikanischen Universität Studentinnen die Aufgabe, vor Zuschauern eine Rede zu halten. Spannend zu erfahren, dass diejenigen, die sich in der Vorbereitung und während ihrer Rede ein Foto von Hillary Clinton ansahen, länger redeten und bei ihrem Publikum viel besser ankamen als jene, die kein leuchtendes Vorbild vor sich hatten. Ich hätte mir natürlich das Bild von Vivienne Isabel Westwood angesehen.

Wegweiser, die Mut machen

Bereits seit Jahrtausenden orientieren sich Menschen an Ranghöheren, um selbst voran zu kommen. Das beobachtete Verhalten hilft uns bei der Weiterentwicklung unseres eigenen Wertegerüsts und damit, das (Berufs-)Leben durch die eigenen und/oder hinzugewonnenen Werte zu meistern, so dass es uns entspricht.

Bestimmte Verhaltensweisen von Vorbildern sind Wegweiser und Mutmacher, müssen jedoch stets kritisch hinterfragt werden, denn auch Vorbilder sind nur Menschen. Kein Vorbild ist zu 100 Prozent perfekt, weil Menschen liebenswert menschlich und eben fehlbar sind.

Vor allem zum Zeitpunkt des Heranwachsens streben wir nach Fixsternen und Leitbildern zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Als soziale Wesen forschen wir nach Menschen, die uns begeistern sowie Mut machen, in Feuer und Flamme versetzen und die uns erlauben, die eigenen, oft engen Grenzen durch ihr Vorbild zu sprengen.

Die allerersten Führungskräfte im Leben

Die ersten Vorbilder für Kinder und Jugendliche sind die eigenen Eltern, die bestimmte Haltungen, Fähigkeiten und Charaktereigenschaften vorleben und somit die ersten „Führungskräfte“ im Leben eines jungen Menschen darstellen.

Kinder lernen durch Nachahmung vom erwachsenen Vorbild. Wenn sie älter werden, übt das nähere Umfeld unbewusst eine immer stärkere Vorbildfunktion aus, wie etwa Tanten, Nachbarn, Trainer oder Lehrer.

Häufig erlebe ich aber in persönlichen Gesprächen, dass viele Erwachsene keine Vorbilder mehr haben. Einige sind der Ansicht, dass sie längst alles wissen und können. Andere kommen gar nicht auf die Idee, sich Vorbilder zu suchen, weil sie seit Jahren den gleichen Job machen, das immer gleiche Leben führen - warum also nach Vorbildern suchen, wo doch alles läuft.

Doch viele meiner Kunden, die sich genau aus solchen Situationen heraus urplötzlich in Umbruchphasen wiederfinden, erkennen immer stärker den Wert eines guten Vorbildes bei der Bewältigung der eigenen Herausforderungen an. Es lohnt sich also im persönlichen und/oder beruflichen Wandel wieder an neue Orientierungspunkte, bei diesmal selbst gesuchten Vorbildern, anzudocken.

Ohne ausgeprägte Sozialkompetenz kein Vorbild

In einer Accenture-Umfrage unter Führungskräften gaben übrigens 58 Prozent aller Befragten an, ihre Vorbilder – trotz aktiver Suche danach – nicht im beruflichen Umfeld gefunden zu haben, weil sie den direkten Vorgesetzten oder Kollegen die Sozialkompetenz absprechen, die benötigt wird, damit diese überhaupt als gutes Vorbild in Frage kämen.

Einzig der Titel des Vorgesetzten befähigt diesen noch lange nicht dazu, automatisch vorbildhaft auf Mitarbeiter und Kollegen zu wirken. Dabei brauchen wir in allen Lebensphasen dringend Vorbilder, die uns inspirieren, uns vorleben, wie beispielsweise Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen sind oder wie ein soziales Engagement sinnstiftend ausgeübt werden kann.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Welche Vorbilder kennen und schätzen Sie? Welche sind mit dafür verantwortlich, dass Sie heute selbständig oder in einer Führungsposition tätig sind? Von wem konnten Sie sich schon hilfreiche Strategien abschauen, um ihren Beruf noch erfolgreicher auszuüben? Wer hat Ihnen mit seinem Vorleben so imponiert, dass Sie Teile seines Verhaltens für sich übernommen haben?

Fazit

Unsere ersten Vorbilder waren zugleich unsere ersten Führungskräfte – direkte Bezugspersonen in unserer Kindheit. Bei ihnen suchten wir nicht nur nach Orientierungspunkten, Klarheit und Haltung, sondern auch nach uns selbst.

Heute stellen wir oft ernüchtert fest, dass viele Menschen im Erwachsenenalter gar keine bewussten Vorbilder mehr haben. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass den ersten Führungskräften unseres Lebens im familiären Umfeld scheinbar nicht mehr viele bedeutende Vorbilder in der Arbeitswelt nachfolgen.

Auch im Erwachsenenalter haben wir neue Herausforderungen zu meistern und visieren neue Ziele an, gerade in der heftigsten Umbruchphase unserer Arbeitswelt seit der Frühindustrialisierung.

An Vorbildern, also Mutmachern und Hoffnungsträgern, gelingt es uns zu wachsen und Neues zu lernen. Es geht nicht darum, ein Vorbild unreflektiert anzuhimmeln und als perfekte Kopie zu adaptieren. Auch Vorbilder sind nur Menschen und sollen ihre individuellen Ecken und Kanten behalten dürfen.

Was wäre gewonnen, könnten heute mehr Menschen mit offenen Augen und Ohren durch die Welt laufen und am Vorbild exzellenter Führungspersönlichkeiten lernen, um selbst einmal eine solche zu werden. So beeindruckende Menschen wie Vivienne Isabel Westwood fallen nicht vom Himmel, wir müssen sie schon aktiv suchen und uns an ihrem Vorbild weiterentwickeln zu einer ganz eigenen und unverwechselbaren Marke.

Nur so kommen wir mit unseren eigenen Vorhaben voran und werden auf diese Weise vielleicht selbst zum dringend gebrauchten Vorbild für andere. Welch sinnstiftender und zugleich wundervoller Gedanke...

Sollten Sie nun, weil vielleicht ein passendes Vorbild in Ihrem beruflichen Umfeld fehlt, Lust auf eine Mentorin haben, die Sie mit all Ihren Ideen und Projekten begleitet, um selbst bald auch als Vorbild zu fungieren, dann rufen Sie mich gleich an oder schreiben mir eine E-Mail. Ich freue mich auf Ihre Herausforderung.

Mit inspirierenden Grüßen aus München

Ihre Franziska Ambacher

changeify

Ihr Inspirationsfeuerwerk

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