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Franziska Ambacher
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
Mediatorin
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02.12.2019

Mein Weihnachtsgeschenk an Sie: Mit diesem Kommunikationspaket machen Sie Schluss mit dem Streit unterm Weihnachtsbaum!

Am Ende eines Geschäftsjahres ist nicht gerade sehr viel Puste übrig, dabei bräuchten wir sie doch alle so kurz vor dem nahenden Showdown 2019 am dringendsten. Schon allein die Vorstellung, unter dem Christbaum der betagten Eltern plötzlich wieder in die Rolle des Kindes zu schlüpfen – ohne dass man das wirklich je gewollt hätte – bereitet Unwohlsein in der Magengrube. Geht es Ihnen auch so?

Meine Kunden können ein Weihnachtslied davon singen, denn die stille Nacht ist vor allem über die Feiertage im Kreise der Familie alles andere als eine heilige Nacht. Besonders in dieser Zeit ist der Stresslevel bei allen extrem hoch und die Telefondrähte bei den Seelsorgeeinrichtungen landauf, landab glühen. Dabei sollte gerade diese Zeit uns eher dazu anhalten, eine achtsame Reflexion zu betreiben. Welche Ereignisse im scheidenden Jahr waren gute und welche weniger gute? Was habe ich aus all dem gelernt und wie will ich mit diesen Erkenntnissen ins neue Jahrzehnt 2020 gehen? Fühlt sich mein berufliches und privates Leben momentan richtig an oder will ich meinem Dasein eine neue Richtung geben? Lesen Sie deshalb in diesem Blogartikel, wie Sie die Weihnachtstage ohne Stress unterm Christbaum verbringen können, indem Sie mein Weihnachtsgeschenk in aller Ruhe auspacken und Stück für Stück bei Ihren Lieben anwenden. So kommen Sie dann auch endlich dazu, persönlich Bilanz zu ziehen und gestärkt und souverän über die Feiertage ins neue Jahr zu starten.

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und seit zwei, drei Wochen ist in meiner Coachingpraxis etwas anders. Kunden kommen zum Einzelgespräch in der Coachingsitzung, vor Beginn bereits ächzend, werfen ihre Mäntel kurz hinter sich und noch bevor sie wirklich sitzen, beginnen sie aufgewühlt von ein und demselben Thema zu sprechen. So als hätten sie sich alle untereinander abgesprochen…

 

„Wenn die stade Zeit vorbei ist, dann wird's auch wieder ruhiger“

(Karl Valentin)

 

Es geht aber diesmal nicht um ihren beruflichen Alltag mit all seinen Herausforderungen - nein, es ist das nahende Weihnachtsfest, das ihnen beängstigend zusetzt.

Alle Jahre wieder muss es perfekt werden und nichts, aber auch rein gar nichts darf dem Zufall überlassen sein. Die meisten berichten davon, dass sie sich mit den Vorbereitungen auf das Fest neben ihrer Berufstätigkeit überfordert fühlen, die Fahrerei für alle Beteiligten stressig wird - vor allem aber, dass ihnen vor den vielen Familienbesuchen und den möglichen Konflikten schon Angst und Bange ist und sie sich davon jetzt schon überaus gestresst fühlen.

Fast alle haben über die Feiertage und zwischen den Jahren ein paar freie Tage und damit eigentlich die Aussicht auf etwas Entspannung und Erholung, aber die sogenannte „stade Zeit“ hält erfahrungsgemäß auch, was die Metapher verspricht: es folgt eine schwerfällige Kommunikation untereinander.

ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT

Da sitzen Familien zwischen Rotkohl und Lametta beisammen, die sich das ganze Jahr hindurch schon wenig zu sagen haben. Nun soll es unterm leuchtenden Weihnachtsbaum plötzlich besonders friedvoll zugehen. Wenigstens nur dieses eine Mal, das kann doch nicht zu viel verlangt sein (um den Schein der Harmonie zu wahren)!

Die Weihnachtsfeiertage können sich unter solch unharmonischen Umständen schon einmal hinziehen wie Kaugummi, denn süßer die Glocken nie klingen. Wenn dann noch die Angst vor aufkommenden Konflikten das Fest trübt, fühlt sich jeder inmitten des berühmten Spagats zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

VIELE OFFENE RECHNUNGEN

In den weiteren Kundengesprächen wird schnell deutlich, dass es in den Familien nach wie vor viele offene Rechnungen gibt, lang zurückliegende Verletzungen und nie ausgesprochene Bedürfnisse – auf beiden Seiten.

Diese sollten im Gespräch und Austausch, am besten mit professioneller Unterstützung wie einer Mediatorin, bearbeitet und so gelöst werden. Leider fehlen hierfür meist das Bewusstsein, der Wille und die Zeit. Und ein Weihnachtsfest stellt schon gar nicht den geeigneten Rahmen für ein solches Unterfangen dar.

ERSTE-HILFE FÜR EINE ENTSPANNTE WEIHNACHTSZEIT

In meiner Eigenschaft als Mediatorin möchte ich Ihnen deshalb in diesem Blogartikel einige meiner Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie trotzdem gelassener und souveräner durch Ihre Weihnachtsfeiertage kommen.

Denken Sie einmal zurück und erinnern Sie sich an den letzten handfesten Streit, den Sie zu solchen Familienfesten selbst erleben mussten. Sicherlich fällt Ihnen sofort ein, dass jeder Konflikt, also auch Ihrer, eine längere Entwicklungsphase hinter sich hatte, bevor er vollends ausgebrochen ist.

Da gibt es auf beiden Seiten unterschiedliche Ziele, Interessen, Wertvorstellungen und gedachte wie gefühlte Begrenzungen. Wenn sich langsam etwas zusammenbraut, dann können wir in unser aller Gesprächsverhalten die folgenden vier Verhaltensweisen beobachten:

FALLSTRICKE IN DER - NICHT NUR FEIERTAGS – KOMMUNIKATION

 

  1. Bagatellisieren (egal, was das Gegenüber auch sagt, die Inhalte werden heruntergespielt)
  2. Diagnostizieren (egal, worum es geht, einer spielt sich immer als ausgewiesener Fachmann auf und bekundet häufig sein Schubladen-Denken damit)
  3. Moralisieren (der sonst nahe Grundsatz, auf alle Wertungen zu verzichten, wird an den hohen Feiertagen gerne einmal ignoriert)
  4. Intellektualisieren (je höher aufgehängt ein Thema ist, desto mehr wird die persönliche Beziehungsebene vernachlässigt, dabei ist sie wichtig, um den Gesprächspartner besser zu integrieren)

Wenn Sie sich selbst nur diese vier Fallstricke bewusst machen, zu Herzen nehmen und in Gesprächen berücksichtigen, werden Sie Ihr Gegenüber viel entspannter und zugewandter erleben. Der dann aufkommende Kommunikationsfluss ist für beide Seiten bedeutungsvoll und wohltuend.

Die hier dargestellten Kommunikationsregeln lassen sich natürlich nicht nur im Familienkreis zur Weihnachtszeit anwenden, sondern gelten genauso im beruflichen Kontext. Auch hier sollten die genannten Fallstricke beherzigt und diese Regeln stets berücksichtigt werden, um mit Kollegen oder Kunden in einen lösungsorientierten Austausch zu gelangen und effektiv zusammenarbeiten zu können.

DU UND ICH

Zusätzlich gibt es viele weitere praktikable Lösungen, die Sie anwenden und so Präventionsarbeit leisten, damit Sie weiterführende Eskalationsstufen eines ausgewachsenen Streits vermeiden können.

Im Gespräch können das die folgenden Punkte sein:

  • Senden Sie Ich-Botschaften aus und wählen Sie einen angemessenen Ton.
  • Vermeiden Sie Anklagen, wie „Du bist (immer)…“ oder „Du hast…“.
  • Teilen Sie mit, wenn Sie etwas nicht verstanden haben, um mehr Empathie herzustellen.
  • Akzeptieren Sie die Aussagen aller Familienmitglieder, bewerten Sie diese aber nicht.
  • Verstecken Sie sich im Gespräch nicht hinter anderen Personen.
  • Achten und schonen Sie die verletzlichen Seiten aller Beteiligten im Gespräch.
  • Bleiben Sie im aktuellen Geschehen und kommen Sie nicht auf die ungeliebten Geschichten von früher zu sprechen.
  • Fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nicht ins Wort, lassen Sie ihn ausreden, fordern Sie aber dies auch ggf. vom Gegenüber ein.
  • Unterlassen Sie Beschimpfungen, da diese nur kränken und vom Thema ablenken.
  • Streben Sie Ergebnisse an, zu denen alle Gesprächsparteien innerlich JA sagen, so dass ein gesunder Konsens gefunden werden kann.

Hilfreich sind auch diese praktischen Ansätze:

  • Lösen Sie sich von der Vorstellung, immer alles gemeinsam unternehmen zu müssen.
  • Geben Sie auch Ihren Gästen kleine Aufgaben im Haushalt, so dass sich jeder gebraucht fühlt und Sie wiederum nicht das Gefühl haben, dass alle Arbeit an Ihnen hängt. Oder fragen Sie als Gast im fremden Haus, wie Sie sich zum Gelingen des Großen Ganzen einbringen dürften.
  • Schonen Sie auch sich selbst, d. h. suchen Sie ab und zu einen anderen Raum auf, nur um etwas Abstand und Ruhe zu gewinnen.

SELBSTREFLEXION IST DER SCHLÜSSEL ZUR GELASSENHEIT

Ebenfalls lege ich Ihnen die achtsame Reflexion ans Herz. Sie sorgt dafür, dass Sie sich selbst im Alltag stärken und dann mit mehr Ruhe und Gelassenheit einer Situation begegnen, in der Ihr Gegenüber im Eifer des Gefechts alle Regeln der guten Kommunikation über Bord wirft.

Ganz besonders empfehle ich Ihnen hierbei einen Tag pro Quartal, in dem Sie sich aus Ihrem Business herausnehmen. Ein Tag ohne Handy, Laptop und Rechner. Ein Tag ohne Businesstermine und sonstige Verpflichtungen und ein Tag, an dem Sie ein Date mit sich selbst vereinbaren.

Solch ein Tag dient dazu, sich ganz auf sich zu konzentrieren, sich dabei Zeit für den inneren Dialog zu nehmen und so den inneren Kompass neu zu justieren.

Im Alltagsgeschäft haben wir einfach keine Zeit genauer hinzusehen und zu reflektieren, was wann wie wo stattgefunden hat und zu welchen Schlussfolgerungen wir deshalb kommen. Eine achtsame Reflexion stärkt von innen, befördert Bedürfnisse und zeigt klare Richtungen an, die zukünftig genommen werden sollen. Ob beruflich oder privat.

Es gibt zur inneren Einkehr unzählige Möglichkeiten, ein Beispiel dafür ist ein sogenannter Museumstag.

Meine Kunden nutzen solch einen Tag, um mit mir für nur drei Stunden gemeinsam in ein Kunstmuseum zu gehen. Dort angekommen setzt man sich gemeinsam vor eines der gegenständlichen Gemälde und bespricht das, was man sieht.

Durch meine gezielten Fragen findet ein Transfer statt, nämlich zwischen dem betrachteten Kunstwerk und den im Inneren verborgenen Themen und Fragen meiner Kunden. So reflektiert jeder seine aktuellen Herausforderungen und findet durch die auf diese Weise gewonnene innere Klarheit Gelassenheit, Zielsetzung, Fokus und Sicherheit für die nächsten Schritte.

Immer wieder ist es berührend zu erleben, zu welchen Ergebnissen und Antworten meine Kunden in diesen intensiven Momenten vor der Kunst kommen. Außerdem fördern der innere Dialog und die Selbstreflexion mehr Achtsamkeit und Geduld mit sich selbst, was wiederum einen positiven Einfluss auf das jeweilige Kommunikationsverhalten ausübt.

DAS INNERE LICHT

Nur wer beginnt, sein eigenes Kommunikationsverhalten zu hinterfragen und neu zu gestalten, ist in der Lage, gelassener durch die erwartungsschwangeren Weihnachtstage zu kommen. Womöglich warten Sie sonst nur vergebens auf die Veränderungsbereitschaft des anderen. Wenn jeder bei sich selbst beginnt und den ersten Schritt tut, gehen alle aufeinander zu.

  • Erst, wenn wir selbst unser inneres Licht angezündet haben, strahlt es auch nach außen ab. 
  • Erst, wenn wir selbst begriffen haben, dass es an uns liegt, wie sich die Kommunikation entwickelt, lässt sich das Miteinander wohlwollend gestalten.
  • Erst, wenn wir uns ernsthaft von Mensch zu Mensch verbinden, erreichen wir die Herzen der anderen.

FAZIT

Natürlich geht es mir nicht darum, Sie davon zu überzeugen, jeden Konflikt grundsätzlich zu vermeiden, sondern darum, Sie dafür zu sensibilisieren, Gespräche friedvoll zu gestalten und so aufkommende Streitigkeiten zukünftig konstruktiv zu führen, damit sich Ihr Weihnachtsfest nicht zu einem Grabenkampf mit unüberwindbaren Fronten entwickelt.

Jede Auseinandersetzung kann eine Triebkraft Ihrer eigenen Entwicklung darstellen und ist deshalb manchmal auch sinnvoll und richtig.

Schließlich zeigen uns Konflikte, wo wir aktuell stehen und wie wir momentan mit unseren Bedürfnissen und denen des Gegenübers umgehen. Sozusagen wie ein STOP-Schild im Straßenverkehr. Bleiben wir nicht sofort stehen und überprüfen die Lage, werden wir unweigerlich in einen heftigen Crash geraten.

Dies alles gilt nicht nur im persönlichen Umfeld, sondern auch im Businesskontext.

Wenden Sie diese Regeln für Kommunikation und Konflikte hier ebenso an, wobei dies jedoch oft leichter fällt aufgrund von einer gewissen professionellen Distanz zum Gegenüber - in der Familie ist jeder von uns verletzlicher.

Abschließend wünsche ich Ihnen allen von Herzen eine besinnliche Adventszeit und ein friedvolles Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben. Kommen Sie mir gut durch die sogenannte stade Zeit und lesen Sie auch in 2020 wieder meine Inspirationen für Veränderungen in Beruf und Leben.

Ach und eine Bitte hätte ich noch:

Denken Sie zukünftig beim Schein einer Kerze an Ihr inneres Licht und geben Sie anderen die Chance, sich daran zu wärmen – nicht nur zur Winterszeit.

Fröhliche Weihnachten!

Ihre Franziska Ambacher

Ihr Inspirationsfeuerwerk für Veränderung

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