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07.01.2021

5 Fragen zur Lebenszeit, die wir beantworten sollten, bevor wir im neuen Jahr so richtig loslegen

Alle Jahre wieder stellen wir uns zum Jahreswechsel die gleichen Fragen: Was hat uns das alte Jahr gebracht? An Positivem genauso wie an Negativem? Was erwarten wir vom kommenden Jahr? Welche Ängste und Hoffnungen haben wir? Wie kann ich gewünschte Veränderungen beeinflussen und voranbringen? In diesem Blogartikel möchte ich Sie einladen, nicht nur einen Jahresrückblick und eine Vorausschau vorzunehmen, sondern Ihre gesamte Lebenszeit zu betrachten. Wie gestalte ich meine Lebenszeit? Gestalte ich sie überhaupt bewusst und aktiv? Empfinde ich mein Leben als sinnvoll? Ich werde Ihnen eine Übung an die Hand geben, mit der Sie zum Jahreswechsel herausfinden können, wo Sie auf Ihrer persönlichen Lebenszeituhr stehen und wie Sie dafür sorgen können, dass Sie im neuen Jahr 2021 viel Positives auf Ihr Lebenszeitkonto einzahlen können. Seien Sie neugierig!

 

„Ach, ich weiß nicht, was das Leben für einen Sinn haben soll…“ – das ist einer der Sätze meiner Großmutter, den ich immer wieder im Ohr habe. Gemeinsam mit meiner Mutter habe ich sie in ihrer Einzimmerwohnung in München bis zu ihrem Tode 1986 gepflegt.

Was soll mein Leben schon für einen Sinn haben?

Sie wurde 1900 in ärmlichsten Verhältnissen auf dem Lande geboren. Wuchs auf auf einem Bauernhof mit mehr als zehn Geschwistern und Fleckvieh. In den Wirren des ersten Weltkrieges türmte sie 1916 aus dieser engen Welt, die durch die Alkoholsucht ihrer Mutter und dem unerklärlichen Verschwinden des Vaters immer unerträglicher wurde.

In einem kleinen Messingkreuz, das ihr der Pfarrer einmal geschenkt hatte, entdeckte sie einen Hohlraum. Schnell begriff sie, dass es - eingerollt und dort versteckt - für Geld keinen besseren Platz im Hause gab. So schützte sie ihr Erspartes vor der trunksüchtigen Mutter, packte es immer sorgfältig in dieses Messingkreuz, denn sie verfolgte einen Plan:

Mit einem One-Way-Bahnticket, das sie sich über eine lange Zeit zusammengespart hatte, brach sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in die damals weit entfernte Stadt München auf und wollte dort – fernab von den schrecklichen Erinnerungen der Kindheit und Jugend – einfach nochmal neu beginnen.

In München angekommen, lernte sie meinen Großvater kennen, gründete mit ihm eine Familie und erlebte den zweiten Weltkrieg. Sie bekam Jahre nach Kriegsende einen ihrer verloren geglaubten Söhne, meinen Onkel, wieder aus russischer Gefangenschaft zurück und schlug sich auch später in den Wirtschaftswunderjahren der 1950- und 1960-Jahre gemeinsam mit ihrem reichlich untreuen Ehemann, meinem geliebten Großvater, durchs Leben.

Ist mein Leben ein langer ruhiger Fluss?

Die Biographien der Generation meiner Großmutter ähnelten sich: Man wurde geboren, dann arbeitete man hart, begleitet von Entbehrungen und Krankheiten, und starb irgendwann, ausgelaugt, manche schon sehr früh. Dieses Lebensmuster hat sich in den letzten Jahren – aus den verschiedensten Gründen – grundlegend verändert:

Man wird geboren, besitzt eine – mehr oder weniger intensiv genutzte – Lebenszeit, die man individuell gestalten kann und die oft von vielen Veränderungen geprägt ist, und stirbt dann irgendwann im betagten Alter.

Meine Großmutter empfand ihren Lebensweg, mit den Stromschnellen, den wechselvollen Wendungen, die unser Leben bereithält, als nur von außen diktiert und hielt ihr eigenes Leben deshalb für wenig sinnvoll.

Welchen Sinn sollte es auch haben, wenn wir nur einem auferlegten und vorhersehbaren Lebensrhythmus folgen und dabei selbst nie entscheiden dürfen, wann wir die Zügel fest in der Hand behalten wollen und wann wir lockerlassen?

Stellen Sie sich doch nur einmal vor, wofür unser aller Lebenszeit wirklich draufgeht! Von wegen „Schlafen kannst Du, wenn Du tot bist!“ – Wussten Sie, dass von den durchschnittlich rund 80 Jahren Lebenszeit eines Menschen in Deutschland doch glatt ein Drittel verschlafen wird? Halb so viel Zeit davon verbringen wir übrigens mit der zweithäufigsten Beschäftigung (weil man es „halt so macht“ und es schlichtweg bequem ist, sich einfach berieseln zu lassen): fernsehen. Welche verrückten Statistikdaten da noch auf uns warten, das können Sie in diesem Artikel aus dem Stern nachlesen.

Sich derart ohnmächtig dem Lauf des Lebens zu ergeben, kann doch nicht Sinn und Zweck dieses Lebenszeit-Geschenks sein?

Wie gehe ich wertschätzend mit dem Geschenk Lebenszeit um?

Nun scheint das Geschenk Lebenszeit nicht unbedingt gerecht verteilt zu sein, dennoch will jeder viel davon und diese dann auch noch sinnvoll genutzt wissen. Wenn wir den Gebrüdern Grimm Glauben schenken können, dann begann – damals in der Ursuppe – alles damit, dass Gott nicht nur die Welt erschaffen hatte, sondern auch noch genau jene kostbare Lebenszeit nach einem logischen Plan verteilte:

Sind dreißig Lebensjahre nicht zu viel?

„Als Gott die Welt geschaffen hatte und allen Kreaturen ihre Lebenszeit bestimmen wollte, kam der Esel und fragte 'Herr, wie lange soll ich leben?' 'Dreißig Jahre,' antwortete Gott, 'ist dir das recht?' 'Ach Herr,' erwiderte der Esel, 'das ist eine lange Zeit. Bedenke mein mühseliges Dasein: von Morgen bis in die Nacht schwere Lasten tragen, Kornsäcke in die Mühle schleppen, damit andere das Brot essen, mit nichts als mit Schlägen und Fußtritten ermuntert und aufgefrischt zu werden! Erlass mir einen Teil der langen Zeit.' Da erbarmte sich Gott und schenkte ihm achtzehn Jahre.

Doch nur ein Hundeleben?

Der Esel ging getröstet weg, und der Hund erschien. 'Wie lange willst du leben?' sprach Gott zu ihm, 'dem Esel sind dreißig Jahre zu viel, du aber wirst damit zufrieden sein.' 'Herr,' antwortete der Hund, 'ist das dein Wille? bedenke, was ich laufen muss, das halten meine Füße so lange nicht aus; und habe ich erst die Stimme zum Bellen verloren und die Zähne zum Beißen, was bleibt mir übrig, als aus einer Ecke in die andere zu laufen und zu knurren?' Gott sah, dass er recht hatte, und erließ ihm zwölf Jahre.

Steckt hinter jedem Spaß auch nur Traurigkeit?

Darauf kam der Affe. 'Du willst wohl gerne dreißig Jahre leben?' sprach der Herr zu ihm, 'du brauchst nicht zu arbeiten wie der Esel und der Hund, und bist immer guter Dinge.' 'Ach Herr,' antwortete er, 'das sieht so aus, ist aber anders. Wenn’s Hirsebrei regnet, habe ich keinen Löffel. Ich soll immer lustige Streiche machen, Gesichter schneiden, damit die Leute lachen, und wenn sie mir einen Apfel reichen und ich beiße hinein, so ist er sauer. Wie oft steckt die Traurigkeit hinter dem Spaß! Dreißig Jahre halte ich das nicht aus.' Gott war gnädig und schenkte ihm zehn Jahre.

Bin ich unersättlich nach Lebenszeit?

Endlich erschien der Mensch, war freudig, gesund und frisch und bat Gott, ihm seine Zeit zu bestimmen. 'Dreißig Jahre sollst du leben,' sprach der Herr, 'ist dir das genug?' 'Welch eine kurze Zeit!' rief der Mensch, 'wenn ich mein Haus gebaut habe, und das Feuer auf meinem eigenen Herde brennt: wenn ich Bäume gepflanzt habe, die blühen und Früchte tragen, und ich meines Lebens froh zu werden gedenke, so soll ich sterben! O Herr, verlängere meine Zeit.' 'Ich will dir die achtzehn Jahre des Esels zulegen,' sagte Gott. 'Das ist nicht genug,' erwiderte der Mensch. 'Du sollst auch die zwölf Jahre des Hundes haben.' 'Immer noch zu wenig.' 'Wohlan,' sagte Gott, 'ich will dir noch die zehn Jahre des Affen geben, aber mehr erhältst du nicht.' Der Mensch ging fort, war aber nicht zufriedengestellt.

Kann ich am Ende ein positives Fazit meiner Lebenszeit ziehen?

Also lebt der Mensch Siebeinzig Jahr. Die ersten dreißig sind seine menschlichen Jahre, die gehen schnell dahin; da ist er gesund, heiter, arbeitet mit Lust und freut sich seines Daseins. Hierauf folgen die achtzehn Jahre des Esels, da wird ihm eine Last nach der andern aufgelegt: er muss das Korn tragen, das andere nährt, und Schläge und Tritte sind der Lohn seiner treuen Dienste. Dann kommen die zwölf Jahre des Hundes, da liegt er in den Ecken, knurrt und hat keine Zähne mehr zum Beißen. Und wenn diese Zeit vorüber ist, so machen die zehn Jahre des Affen den Beschluss. Da ist der Mensch schwachköpfig und närrisch, treibt alberne Dinge und wird ein Spott der Kinder.“

Der Schlüssel zur sinnvoll empfundenen Lebenszeit

Jetzt sind wir im Bilde, wie Lebenszeit wirklich verteilt wurde. Doch nach wie vor fragen wir uns, wann wir unsere Lebenszeit sinnvoll nutzen. Ganz einfach, es gibt ein klares Kriterium, wann wir unsere Lebenszeit als sinnvoll oder sinnlos empfinden:

Sinnvoll ist unsere Lebenszeit genau dann, wenn wir unseren eigenen Interessen folgen und damit das Gefühl haben, unsere kostbare Zeit nicht nach den Interessen eines anderen auszurichten (z.B. Arbeitszeit gegenüber dem Arbeitgeber „geopfert“ zu haben). Erzielen wir einen echten persönlichen Nutzen aus unserer eingesetzten Lebenszeit, dann löst sich alles in Wohlgefallen auf. Wer allerdings das Gefühl hat, sich und seine Lebenszeit nur „aufzuopfern“ – gegenüber wem auch immer – der ist nicht zu beneiden.

Dieses Gefühl scheint meine Großmutter leider stets gehabt zu haben. Ihr Leben erschien ihr nur als ein Ausführen eines von außen festgelegten Lebensmusters, dem sie kritiklos entsprach, weil man es „halt so macht“. Und was wir alle, bis heute „halt so machen“, darüber klärt uns der österreichische Kabarettist Michael Niavarani auf.

In diesem sehenswerten Video geht er unser aller Lebenszeit auf den Grund und macht sich Gedanken zum Sinn des Lebens.

Wer von Ihnen mich wenigstens ein bisschen kennt (alle, die mir auf Facebook folgen, wissen es längst), der weiß, dass mein bestes Therapeutikum immer der Humor war und ist. Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn es gleich in diesem Video richtig witzig wird und sagen Sie nur nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Nach den folgenden knapp 9 Minuten wissen Sie, wie Sie Ihre Lebenszeit besser nicht mehr verbringen sollten.

Wie spät ist es in meinem Leben?

Doch bei allem Spaß über diese hoch philosophische Frage, was sinnvoll genutzte Lebenszeit denn nun sei, eines ist klar geworden: die Frage „Wie spät ist es in meinem Leben?“ lässt niemanden von uns kalt.

Gerade zu Beginn eines neuen Jahres ist es sinnvoll, diese wieder neu zu beantworten, um die bevorstehenden Tage aus dem noch jungen Jahr auch bestmöglich für die eigenen Wünsche, Ziele und Visionen zu nutzen. Denn am Ende von 2021 möchten Sie sicherlich zurückblicken und sagen können: „Das war ein sinnvoll genutztes Jahr, das richtig viel Positives auf mein Lebenszeitkonto eingezahlt hat“.

Hand aufs Herz, gelten Sie als Fels in der Brandung? Geben Sie sich trotz aller schwierigen und von Wandel geprägten Zeiten ruhig, gelassen und sicher? Sind Sie in der Lage, andere Menschen gemeinsam zum Erfolg zu führen? Wohin wollen Sie sich im noch frischen Jahr selbst entwickeln? Haben Sie Ihre Ziele klar vor Augen und setzen diese konsequent um?

Diese Fragen deuten schon darauf hin, dass es eine Anforderung an uns alle gibt, um die persönliche und berufliche Zukunft – und damit unsere Lebenszeit - sinnvoll zu nutzen: die Selbstführung.

Lesen Sie hier auf meinem changeify-Blog mehr zu dieser Kernkompetenz, damit Sie das Steuerrad Ihres Lebens selbstbestimmt in die Hand nehmen können.

Eine kleine Übung

Damit Ihnen ein Jahr gelingt, das positiv auf Ihr Lebenszeitkonto einzahlt, gibt es eine kleine Übung, die ich Ihnen ans Herz lege. Sie heißt – wie hätte es auch anders sein können – „Lebenszeit“.

Diese soll Ihnen aufzeigen, wie spät es in Ihrem ganz persönlichen Leben ist und welche Konsequenzen Sie aus dieser Erkenntnis ziehen.

1.    Übungsschritt:

Sie nehmen sich einfach ein DIN-A4-Blatt Papier zur Hand und zeichnen oben ein Ziffernblatt mit den zwölf Stundenangaben auf. Aber achten Sie darauf, ganz OHNE Zeiger.

2.    Übungsschritt:

Stellen Sie sich vor, dass Ihr ganzes Leben 12 Stunden umfasst. Versuchen Sie Antworten darauf zu finden, wie spät es in Ihrem Leben ist? Lassen Sie sich diese Frage ein paar Minuten durch den Kopf gehen, ehe Sie nun den Stunden- und Minutenzeiger an die entsprechenden Stellen Ihres Zifferblattes einzeichnen.

3.    Übungsschritt:

Nun beantworten Sie die folgenden 5 Lebenszeitfragen, so spontan und ehrlich wie möglich:

  • Ist es zu spät, um …?
  • Ist es noch zu früh, um …?
  • Ist es der richtige Zeitpunkt, um ...?
  • Brauche ich Zeit, um …?
  • Um wieviel Uhr erwarte ich, dass ...?

4.    Übungsschritt:

Nun betrachten Sie alle Ihre Antworten und beobachten Ihre dabei aufkommenden Gefühle, während Sie die folgenden drei Fragen analysieren:

  • Wie viel verbleibende Lebenszeit konnten Sie ermitteln?
  • Wie viel bisherige Lebenszeit haben Sie bereits sinnvoll genutzt?
  • Was können Sie konkret in diesem neuen Jahr 2021 dazu beitragen, dass sich Ihr Lebenszeitkonto positiv auffüllt?

Falls Sie nun abschließend zu einem Ergebnis gekommen sind, das Ihnen zwar schon seit längerem bewusst ist, Sie nur bisher leider nie ins Handeln gekommen sind, dann lesen Sie meinen changeify-Blogbeitrag. Ich zeige Ihnen Möglichkeiten auf, schnell wieder ins Tun zu kommen.

Fazit

Wenn Sie sich nun – nach dem Lesen dieses Blogartikels und nach Beendigung der „Lebenszeit-Übung“ – mit Ihrer Jahresplanung 2021 auseinandersetzen, dann stellen Sie vielleicht fest, dass es ein paar Dinge gibt, von denen glaubten Sie nur, dass sie wichtig seien, weil man es „halt so macht“. Doch denken Sie dabei immer an meine Großmutter.

Ein erfülltes Leben entsteht nicht dadurch, dass wir Dinge tun, weil man das „halt so macht“, sondern indem wir unseren eigenen Interessen folgen - denn diese sind immer Hinweisgeber auf unsere Werte - und damit unsere Werte leben.

Wer demnach seine Werte nicht lebt, der lebt das Leben eines anderen, der wird gelebt, der schwimmt im Fluss des Lebens einfach nur mit, und nimmt dieses Geschenk des Himmels, die eigene Lebenszeit sinnvoll zu nutzen, nicht in die eigenen Hände.

Die Lebenszeitübung stammt übrigens aus meinem großen Methodenkoffer zur Biografiearbeit und hat bei meinen Kunden schon zu so manchem AHA-Erlebnis geführt und damit den Startschuss für große persönliche Veränderungen gegeben.

Sollten Sie beim Lesen meiner Zeilen festgestellt haben, dass sich für Sie ein gehöriges Missverhältnis zwischen sinnloser und sinnvoller Lebenszeit ergeben hat, dann warten Sie nicht länger - ändern Sie es jetzt! Schreiben Sie mir hier eine Nachricht über mein Kontaktformular und vereinbaren Sie ein kostenfreies Erstgespräch. Schnell finden wir gemeinsam den Schlüssel, um die Türe zu einem sinnerfüllten (Arbeits-) Leben für Sie aufzuschließen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen grandiosen Start in ein gesundes und sinnvolles neues (Arbeits-) Jahr, welches Ihnen so viel positive Lebenszeit wie nur möglich schenken mag, um erfüllt sagen zu können, dass sich Ihr Lebenszeitkonto mit den besten Dingen der Welt anfüllt. Arbeiten Sie genauso wie ich daran - wir haben es in der Hand.

Mit inspirierenden Grüßen aus München

Ihre Franziska Ambacher

Ihr Inspirationsfeuerwerk für Werte-orientierte Veränderung

Werde, was in Dir steckt.

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