Frische Ideen zu den Themen Werte, Führung, Persönlichkeit   –   Newsletter jetzt abonnieren:  ANMELDEN
Franziska Ambacher
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
Mediatorin
+49.(0)163.56.23.575
info@changeify.de
XING
facebook
linkedIn
09.02.2017

Ein neues Leben gibt's nicht von der Stange

Während eines privaten Geburtstagsfestes stand ich plötzlich inmitten eines Wohnzimmers, dessen Raumenergie sich von Minuten zu Minute spürbar veränderte. Mit meinem Weinglas in der Hand beobachtete ich die aufkommende Szenerie und langsam wurde mir bewusst, dass ich selbst noch nie zuvor eine derart gehäufte Ansammlung von Lebensveränderungen in meinem direkten Umfeld wahrnehmen konnte, wie an jenem Abend.

Vier aktuelle Lebensrealitäten

Menschen, alle wie der Gastgeber auch um die magischen 50 Jahre alt, berichteten unisono aus ihren bewegenden letzten Wochen und von den übermannenden Gefühlen, von denen sie selbst noch gar nicht wissen, wie sie ihnen begegnen sollen. Dabei fielen folgende vier Sätze zu ihrer aktuellen Lebensrealität:

  1. „Ich fühle mich völlig alleingelassen und total überfordert mit der Situation.“
  2. „Ich bin betriebsbedingt gekündigt worden.“
  3. „Ich erwarte in den nächsten Monaten durch Restrukturierungen betriebsbedingt gekündigt zu werden.“
  4. „Ich habe die Nase voll von meinem langweiligen, nervigen und sinnlosen Dasein.“

Das sind nun wahrlich keine berauschenden Partythemen, doch überall schießen sie wie Pilze aus dem Boden und verlangen nach Lösungsansätzen, die sich nach Hoffnung, Lebensfreude und Perspektive sehnen. In den Erzählungen wird mir als Zuhörer klar, wie sehr sich viele Menschen gegen ihre innersten Überzeugungen verhalten, weil vor allem im Job das genaue Gegenteil von Kooperation, Altruismus, Verantwortung, Bewusstheit, Begeisterung oder Wahrheit abverlangt wird. 

Die Qual der Wahl

Heute sieht sich jeder vor so vielen Möglichkeiten, wie nie zuvor. Jeder sucht nach seiner Verwirklichung, nach seinem passenden Weg. Doch ohne den Wert Souveränität, der Mut, Klarheit, Entscheidungsfreude, Verantwortung und Respekt beinhaltet, kann der eigene Sinn des Lebens nicht gelebt werden. In Unternehmen wird dieses menschliche Bedürfnis häufig komplett ignoriert. Jene Unternehmen verschenken ihr größtes Potenzial, da vor allem junge Mitarbeiter längst erkannt haben, dass es sich in vielen hochqualifizierten Arbeitsbereichen um einen Bewerber- und nicht mehr um einen Anbietermarkt handelt. Wer seine Mitarbeiter halten will, wird an diesem Bedürfnis nicht vorbei kommen und muss in deren persönliche Zufriedenheit investieren.

Orientierung im Wandel

In unserer momentanen Zeit, in der sich nicht nur privat und beruflich alles ändert, sondern auch unsere Weltordnung scheinbar aus den Fugen gerät, fragen sich viele Menschen, wie sie für ihr Leben handfeste Orientierung auf unruhiger See (wieder) finden können. Sie sitzen gemeinsam mit vielen Leidensgenossen in einem beängstigend schaukelnden Boot, an dessen Steuerrad sie selbst schon lange nicht mehr drehen. Die Auseinandersetzungen mit dem Partner, den Chefs, Mitarbeitern, Kollegen und Kunden zermürben diese Zusehens und lassen sie dennoch weiter funktionieren wie das berühmte Rädchen im Uhrwerk. Sehenden Auges werden sie zum Spielball anderer Interessen und trotz erster Krankheitssymptome und schwindendem Selbstbewusstsein, steht das Erdulden nach wie vor an erster Stelle. Die meisten ändern eben nichts an ihrer Situation.

Auf Lebenslügen gebaut

Ständig reden sie sich ein, dass sie als Festangestellte den Wert der Sicherheit zumindest mit im Gepäck hätten, das bedeutet aber im Gegenzug, sich mit den häufig wenig rühmlichen Rahmenbedingungen irgendwie arrangieren zu müssen. Die Realität auf dem Arbeitsmarkt straft sie Lügen und dass sie mit dieser Lebenslüge nun ihre eigene Persönlichkeit, ihre wertvollen Fähigkeiten und alle aufkommenden Ideen im Keim ersticken, wird ihnen erst jetzt, am Abgrund stehend, bewusst. Die vermeintliche Sicherheit des Arbeitsplatzes ist in Zeiten der Digitalisierung, der Automatisierung und des gesellschaftlichen Wertewandels eben alles andere als sicher. Deshalb wird es höchste Zeit, die Veränderungen des Lebens selbst in die Hand zu nehmen. Wie unlogisch wäre es denn, wenn es zwar einerseits viele Möglichkeiten gibt, auf der anderen Seite diese aber nicht wahrgenommen würden? Schwierige Lebensphasen können wir nicht ändern, sehr wohl aber unseren Umgang damit. Wer sich stattdessen auf Neuland wagt und nicht mehr gegen seine innersten Überzeugungen handelt, der wird gewinnen.

Ein Blatt im Wind

Als Change-Coach war ich an diesem besagten Abend sofort im Mittelpunkt aller Gespräche, denn ich sollte berichten, wie es mir bei meinen Kunden gelingt, deren herausfordernde Wendepunkte zum Erfolg zu führen. Während ich berichtete, trennte sich spürbar die Spreu vom Weizen. Nur wer wirklich erkannt hat, dass sein Zeitfenster zum Handeln gekommen ist, kann seine Krise aktiv zur echten Chance verwandeln. Immer noch leisten sich stattdessen viele ihr altbekanntes Verhaltensmuster, nämlich wie ein Blatt im Wind zu reagieren, anstatt endlich ins Agieren zu kommen. Die Zeit zum Kopfschütteln und Zuschauen ist längst vorbei. 

Aufs falsche Pferd gesetzt

Mit folgenden Äußerungen wurde ich im Laufe des Abends beschwichtigend konfrontiert, denn dem ein oder anderen ist aufgefallen, dass er es ist, der die ersten Schritte in ein selbstbestimmteres Leben eigenverantwortlich tun muss. Doch momentan weigert man sich noch der Wahrheit ins Auge zu sehen:

  1. „Noch weiß ich ja gar nicht, ob ich zu den gekündigten Personen gehöre.“
  2. „In meinem Alter finde ich doch gar nichts anderes mehr.“
  3. „Jetzt kann ich doch nicht einfach noch mal neu anfangen.“
  4. „Ich will die Abfindung noch mitnehmen, deshalb warte ich lieber ab.“
  5. „Was habe ich schon zu bieten, worauf ich etwas aufbauen könnte.“
  6. „Vielleicht passiert ja noch ein Wunder und alles wird gut.“
  7. „Das Leben ist schließlich kein Ponyhof – Zähne zusammenbeißen und irgendwie durch.“

Wer sich jetzt zurückzieht und glaubt, dass Abwarten und Teetrinken die beste Medizin sei, wird Entscheidungen tragen müssen, die ihn ausweglos mit dem Rücken an die Wand treiben. So versetzt man sich selbst niemals in die Lage, das Ruder noch rumzureißen, um endlich das Leben zu führen, auf das man schon so lange gewartet hat. Stattdessen wird aufs falsche Pferd gesetzt, denn was nicht sein darf, wird schon nicht geschehen.

Souveränität zurückgewinnen

So steigt der Druck an, doch ihm mit persönlicher Souveränität zu begegnen, ist für viele leider (noch) keine Option. Um souverän zu handeln, braucht es ein stabiles Wertegerüst und eine extra Portion Leidenschaft, um mit der nötigen Leidensfähigkeit die Dinge hinzunehmen, die ich selbst nicht beeinflussen kann, aber auch wie ein Löwe für die Dinge einzustehen und zu kämpfen, die mir als unverzichtbar gelten. Der Souveräne ist deshalb niemals hilflos seinen Rahmenbedingungen ausgesetzt, er sucht stattdessen nach der geeigneten Lösung, während die Angstvollen aus dem Jammertal nicht herauskommen wollen. Sich zurücklehnen und gleichzeitig verändern, dass passt eben nicht zusammen.

Eigenes Potenzial entdecken

Aufgrund meiner eigenen Vita weiß ich sehr wohl, wie es sich anfühlt, wenn man von jetzt auf gleich auf der Straße steht, wenn sich der Boden unter den Füßen auftut und man haltlos ins Ungewisse stürzt. In genau jenen Momenten sind andere Verhaltensweisen gefragt, als nach dem russischen Sprichwort „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ vor sich hin zu tändeln. Hätte ich in den Zeiten meines eigenen Wandels nicht vom üblichen Status, dem ordentlichen Gehalt und der vermeintlichen Macht abgelassen, wäre ich nicht zum aktiven Gestalter meines Weges geworden. Das wahre und häufig unentdeckte Kapital liegt schließlich in uns selbst verborgen und will wie ein Schatz gehoben werden. Und all jene, die meinen, dass man sich ein neues Leben einfach von der Stange kaufen kann, werden vergeblich danach suchen und doch nie fündig werden.

Nach über 30jährigen eigenen Veränderungsprozessen habe ich vier chronologische Schritte ausgemacht, auf die es in Zeiten der Transformation maßgeblich ankommt:

  1. Klar und objektiv sehen,
  2. Lösungsideen entwickeln,
  3. sicher entscheiden und
  4. entschlossen handeln.

Fazit

Wer in Krisenzeiten in seine eigene Person investiert, baut wertvolles Persönlichkeits-Kapital auf, um zukünftig vom Getriebenen zum Gestalter seines Lebens zu werden. Viel zu viele Menschen investieren stattdessen lieber in greifbare Werte, als in etwas, was sie vermeintlich nicht greifen können. Dabei machen sie den Fehler, rein Materielles mit ihrem persönlichen Wert zu verwechseln und funktionieren die greifbaren Werte zu reinen Persönlichkeitsprothesen um.

Auch in tiefgreifenden Veränderungsprozessen können wir den Wert Souveränität erlernen und sorgen auf diese Weisen dafür, dass wir eigene Fehler erkennen und uns von alten Verhaltensmustern befreien. Dies kann aber nur gelingen, wenn sich unsere Persönlichkeit entfalten darf, wenn wir – entgegen einem altbackenen und sklavenhaften Arbeitsverhältnis – nicht zu Ja-Sagern, Duckmäusern und Verantwortungslosen mutieren. Oder kennen Sie etwas Wertvolleres als eine souveräne und leistungsstarke Persönlichkeit, die frei von falsch verstandenen Konventionen ihre eigenen Entscheidungen trifft, (selbst-)sicher auftritt und ein erfülltes Leben lebt?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die Klarheit heraus zu finden, was Ihnen selbst wichtig ist, um Ihre Vorstellungen erfolgreich umzusetzen und eigenverantwortlich dem Auf und Ab des Lebens zu trotzen. Geben Sie niemals auf, glauben Sie an sich und umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie genau darin fordern und fördern. Und sollten Sie sich während Ihres Veränderungsprozesses professionelle Hilfe wünschen, bin ich jetzt nur einen Anruf weit von Ihnen entfernt.

oben